Dezember 21, 2011
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Schulen von Marina Spreemann

Glücksstaub und Karten für Afghanistan

Als die Schüler der 4b von der Grundschule Datzeberg in Neubrandenburg vom Einsatz des Sohnes ihrer Lehrerin in Afghanistan hörten, haben sie beschlossen, den Soldaten zu schreiben.

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Viertklässler von der Grundschule Datzeberg in Neubrandenburg haben Weihnachtskarten an Bundeswehr- Soldaten in Afghanistan geschrieben.
Foto: privat
Neubrandenburg (msp)  

„Wenn ich Glücksstaub hätte, dann würde ich mir wünschen, dass der Krieg in Afghanistan zu Ende ist“, sagt Justin aus der Klasse 4b der Grundschule Datzeberg in Neubrandenburg. Glücksstaub hat der Junge leider nicht, aber zumindest ein bisschen Freude haben er und seine Mitschüler an den Hindukusch versandt. Die Kinder haben zusammen mit der Klasse 4a Weihnachtskarten gebastelt, gemalt und geschrieben.
Dann haben sie ihre Post zusammen mit Brief und Foto an die Bundeswehr-Soldaten versandt, die derzeit in dem asiatischen Land stationiert sind. „Die Idee hatte mein Zwillingsbruder Martin“, berichtet Mario. Und das kam so: Klassenlehrerin Kersten Schaffrath hatte den Schülern erzählt, dass ihr Sohn Reimo seit Anfang November als Soldat in Afghanistan ist. „Wir hatten schon in der Nordkurier-Bastelaktion Weihnachtskarten gemalt“, erzählt Martin. „Da fiel mir ein, dass wir ja auch den Soldaten Karten schreiben könnten.“ Die Lehrerin hat dann alles an ihren Sohn geschickt, mit der Bitte die Post in seiner Kompanie zu verteilen.
„Die Soldaten helfen ja den Menschen dort. Zu Weihnachten sollen sie auch eine Freude haben und eine Erinnerung an Zuhause“,sagt Lucie. Nils will die Karten als Glücksbringer verstanden wissen. Schließlich wissen die Kinder, dass der Einsatz in Afghanistan gefährlich ist. „Die Soldaten sind dort, damit nicht noch mehr Menschen sterben müssen, damit sie in Afghanistan in Ruhe leben, ihre Feiertage feiern können und nicht im engen Bunker sitzen müssen.“ Im Fernsehen hat Nils Berichte über den Krieg gesehen. Justin weiß, dass auch sehr viel darüber in der Zeitung steht. Schließlich bekommt die Klasse, die beim Projekt „Kinder in der Zeitung“, kurz KidZ mitmacht, jeden Tag den Nordkurier in die Schule geliefert. Außerdem kennen die Kinder einige Soldaten, die im Afghanistan-Einsatz waren – Justins Nachbar, der Vater zweier ehemaliger Mitschülerinnen, der Onkel.
Über die Kinder in Afghanistan wissen die Schüler aus der 4b nicht sehr viel. „Ich denke aber, ihnen geht es nicht so gut. Wenn dort Krieg ist, haben sie sicher Angst“, meint Lucie. Martin hofft jedoch, dass auch die Kinder dort Geschenke bekommen.
Die Soldaten jedenfalls wurden beschenkt, das wissen die Schüler. Kersten Schaffrath hat ihnen berichtet, dass der Nikolaus die Soldaten besucht hat – er ritt auf einem Kamel in das Lager.
Jetzt hofft die 4b, noch mehr von den Soldaten zu erfahren. „Bestimmt schreiben sie uns auch und schicken ein Dankeschön“, sagt Lucie. Außerdem möchte das Mädchen gern wissen, was die Soldaten dort genau zu tun haben, wie sie leben, ob die Lage schon besser geworden ist und wann sie zurückkommen können. Mario wünscht sich: „Vielleicht laden sie uns dann mal ein, und wir können die Bundeswehr besuchen.“

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