
| Energie/Rohstoffe |
von Redaktion
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Der späte Wintereinbruch hat etliche sparsame Hausbesitzer kalt erwischt: Ihr Heizöltank ist leer. „Viele dachten, sie kommen diesmal mit 1000 Litern über den Winter“, sagte Thomas Henke, Mitarbeiter beim Brennstoffhandel Rolf Kopsicker in Schwerin. Das Unternehmen beliefert rund 20 000 Kunden zwischen Wismar und Parchim. Seit einer Woche hätten die Fahrer des Brennstoffhandels richtig zu tun: „Wir wissen nicht vor noch zurück“, sagte Henke.
Mittlerweile muss schon Öl aus Hamburg her
Die drei Tankwagen seien ununterbrochen zu Kunden unterwegs. Das Öl lasse die Firma mittlerweile von einer Spedition aus Hamburg holen, um das eigene Lager zu füllen. Dennoch müssten Kunden zehn bis 14 Tage Wartezeit einplanen. Den etwa 50 Haushalten, deren Tanks bereits leer sind, will das Unternehmen schneller helfen. Bis Mittwoch müssten sie sich aber dennoch gedulden. Am Wochenende könne kein Öl geliefert werden, sagte Henke.
Kunden müssen noch eine ganze Weile auf Lieferung warten
Bei der Total Mineralöl GmbH in Demmin in der Mecklenburgischen Seenplatte klingeln sich ebenfalls die Telefone heiß. Viele hätten bis zuletzt gehofft, dass der Winter mild bleibt, hieß es. Nach dem Temperatursturz habe sich der Tagesverbrauch an Heizöl etwa verdoppelt. Derzeit müssten die Kunden gut eine Woche auf Heizöl warten.
Die Preise seien vom Wetter unabhängig. Sie könnten im Sommer günstig sein, aber genauso im Winter. Entscheidend sei der Weltmarkt, nicht die Temperatur, bestätigte auch der Geschäftsführer des Gesamtverbandes des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels Nord, Uwe Cassens. „Sonst hätten wir in den vergangenen Monaten deutlich günstigere Preise haben müssen.“ In Norddeutschland sind die Heizölpreise nach seinen Worten relativ einheitlich. „Sie hängen ein bisschen davon ab, wie viel Logistik dazwischen liegt“, sagte Cassens. Die Preise könnten in Hamburg ein wenig billiger sein, wo die Händler die Raffinerie vor der Tür hätten, als auf dem Lande, wo durch längere Strecken höhere Frachtkosten anfielen.
Tipp: Überbrückung mit Öl aus Kanistern
Henke von der Kopsicker GmbH empfahl den Kunden, die im Kalten sitzen, sich zum Überbrücken einzelner Tage selbst Heizöl in Kanistern zu holen. Sie könnten auch Diesel an der Tankstelle kaufen, wenngleich der teurer sei.
Solange es mild war, sagte Henke, hätten von den vier Kraftfahrern der GmbH drei Fahrer Überstunden abbummeln müssen. Nun könnten sie Tag und Nacht unterwegs sein. Doch selbst wer sich mit Heizöl bevorratet hat, kann Pech haben: Wie die Polizei mitteilte, fehlten in einem Mehrfamilienhaus in Groß Siemz in Nordwestmecklenburg am Donnerstag rund 500 Liter Heizöl. Im Tank hatten die Diebe noch die Pumpe zum Abzapfen des heiß begehrten Brennstoffs zurückgelassen.
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