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Alle Pfingstfreuden zerstört: Bauen kommt vor Kunst

VonStefan Hoeft

Eigentlich scheint die Pfingstaktion „Kunst: Offen“ ohne das proVie-Theater Hohenbüssow undenkbar. Doch im zehnten Jahr seines Bestehens passiert genau das. Schuld haben der lange Winter und Bauarbeiten.

Hohenbüssow.„Ich hab‘s versucht, uns noch mal richtig unter Druck gesetzt“, versichert Vereinschef Leo Kraus. „Aber es geht nicht, wir sind hier die totale Baustelle. Wir müssen ,Kunst: Offen‘ komplett absagen.“ Dabei gilt das proVie-Theater seit seiner Gründung 2004 als künstlerisches Aushängeschild des Tollensetals, lockte bisher unzählige Gleichgesinnte und Neugierige in die vorpommersche Provinz.
Insbesondere zu Pfingsten steuerten Hunderte Interessierte den alten Speicher in Hohenbüssow an, Spielstätte und Vereinssitz. Und so wirkt Kraus erkennbar niedergeschlagen, dass ausgerechnet zum Jubiläum die Pforten geschlossen bleiben müssen. Dabei stand das Programm fürs nächste Wochenende längst fest – vom gemeinsamen Singen über Jörg Hühnerbein und Band bis zu Trommel-Kurs und Afrika-Vorträgen.
Eigentlich wollten der Theaterchef und seine Mitstreiter zum traditionellen Saisonstart an Pfingsten baulich kräftig auftrumpfen beim Publikum: Die löchrige Innenwand des Außengiebels sollte neu mit Lehm verputzt und gestrichen sein. Zudem der Zuschauer- und Küchenraum einen neuen Holzfußboden bekommen, nachdem das im übrigen Bereich bereits 2012 passiert war (Nordkurier berichtete).
Doch zumindest temperaturmäßig zeigte sich das Frühjahr zu knapp für diese Arbeiten, resümiert Leo Kraus nun. „Wir konnten nicht streichen und mussten mit dem Lehm warten, bis innen zehn Grad waren.“ So wurde den Künstlern ihr Enthusiasmus zum Verhängnis, blieb vieles unfertig. „Der Winter war zu lang, die vier Wochen haben wir nicht aufgeholt.“ Er hofft aber, den Saisonstart bald nachholen zu können.
Ganz ohne Hohenbüssow läuft „Kunst: Offen“ 2013 dennoch nicht ab – dank Wolfgang Tietze. Der Maler und Grafiker lädt von Sonnabend bis Montag wieder in die alte Schule im Dorfzentrum ein, wo er lebt und sein Atelier hat. Auf der anderen Seite des Tollensetals, im kleinen Neu Tellin, wartet derweil wie immer der Töpferhof von Tine und Jochen Löber mit einem Pfingstprogramm auf. Und auch der Maler Frank Kamp im nahen Wietzow will sich wieder an der landesweiten Aktion beteiligen.

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