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Alle warnten, dann ist ewig nichts passiert. Bis jetzt…

Eigentlich ist von der Penny-Zufahrt die Anklamer Straße zur L 35 hin gut einzusehen. Trotzdem knallte es jüngst genau in dieser Fahrtrichtung. Es war übrigens laut Polizei der erste Crash an dieser Stelle.  FOTO: Stefan Hoeft
Eigentlich ist von der Penny-Zufahrt die Anklamer Straße zur L 35 hin gut einzusehen. Trotzdem knallte es jüngst genau in dieser Fahrtrichtung. Es war übrigens laut Polizei der erste Crash an dieser Stelle. FOTO: Stefan Hoeft

Von Stefan Hoeft

Von Anfang an stand die neue Penny-Zufahrt in Jarmen als künstlich geschaffener Unfallschwer- punkt im Verdacht. Doch die Realität strafte alle Kritiker bisher Lügen: Erst nach einem halben Jahr gab es dort jetzt einen Crash.

Jarmen. Zumindest hat nun auch diese Kreuzung ihre „Jungfräulichkeit“ verloren: An der Penny-Auffahrt zur Anklamer Straße kollidierten zwei Pkw – ein VW Sharan und ein Dacia Duster. Ersterer wollte vom Supermarkt-Gelände fahren und übersah dabei offenbar, dass der von der L 35 kommende andere Pkw weiter geradeaus fahren wollte, so der Unfallbericht der Polizei. Am Ende stand ein unfreiwilliges Blechduell, welches der Dacia mit seiner Fahrtüchtigkeit bezahlte und das nach Schätzung der Beamten insgesamt rund 6000 Euro Reparaturkosten nach sich ziehen dürfte.

Kaum neu befeuern dürfte der Crash hingegen eine lange Zeit scharf geführte Diskussion um die Verkehrssicherheit an diesem Punkt der Peenestadt. Schon mit Beginn der Planungsphase hatten Abgeordnete und andere Bürger die Befürchtung geäußert, dass hier ein neuer Unfallschwerpunkt entstehe. Schließlich liegt die Penny-Auffahrt genau auf der nur rund 100 Meter kurzen Strecke zwischen der L-35-Hauptkreuzung und der Abfahrt zur Treptower Straße. Und alles was aus Richtung Stadt kommt, ist für die Penny-Kunden hinter einer scharfen Kurve sowie Sträuchern und Bäumen verborgen, also erst sehr spät wahrzunehmen.

Genau deshalb plädierten Kritiker für eine Verkehrserschließung über die gut einsehbare L35, doch Planer und Kommune mussten am Ende klein beigeben: Das Straßenbauamt lehnte eine solche Abfahrt ab (Nordkurier berichtet). Und so erwartete mancher seit der Eröffnung des neuen Ladens Ende Oktober 2012 umgehend den ersten Zusammenstoß.

Allerdings scheinen sich die Kraftfahrer mit der unübersichtlichen Lage besser arrangieren zu können als gedacht: Der jetzige Crash sei der erste, den die zuständige Polizeiinspektion Anklam hier registriert habe, verdeutlicht Sprecherin Ortrun Schwarz, sich auf die Statistik ihrer Unfall-Fachleute berufend. Obendrein kam der gerammte Wagen aus jener Richtung, aus der es keine Sichteinschränkungen gab. Die Anklamer Straße gelte also keineswegs als Brennpunkt.

Diese Einschätzung betrifft auch die besagte Hauptkreuzung von L 35 und Ortsdurchfahrt, bei der aus Jarmen kommende Wagenlenker wegen der Kurve und der Bebauung erst sehr spät wahrnehmen, was sich aus Richtung Süden und wie schnell nähert. Hier steht nach wie vor die Forderung nach einem Kreisverkehr im Raum. Doch gerade im Winter und bei schlechten Straßenverhältnissen sind dort zwar immer wieder kritische Situationen zu beobachten. Aber wirklich gekracht hat es bisher nur ganz vereinzelt – ohne Personenschäden.

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