Nordkurier.de

Also doch: Es darf geplanscht werden!

[KT_CREDIT] FOTO: Stefan Hoeft
[KT_CREDIT] FOTO: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Während ringsherum längst die Saison läuft, herrscht
in der Zarrenthiner Bade- anstalt noch Ruhe: Nichts ist dort aufgebaut. Grund sind auch arge Personalprobleme – aber nicht bei den Rettungsschwimmern.
Denn da hat die DLRG Anklam längst zugesagt.

Zarrenthin/Anklam.„Es ist schon haarig, eigentlich haben wir kein Geld mehr dafür“, meint Bentzins Bürgermeister Hartmut Giermann mit Blick auf die sich kontinuierlich verschlechternde Haushaltslage. Doch für die Mehrheit der Gemeindevertretung steht das erklärte Ziel, die öffentliche Badeanstalt im Ortsteil Zarrenthin zu erhalten. Und dieser politische Wille werde 2013 erfüllt, versichert er. Allerdings wohl erst ab Mitte Juni: „Wir wollen in der Woche vom 17.Juni starten, ob es dann aber gleich am Montag mit dem Aufbau der Container klappt, müssen wir sehen.“
Die Ortsgruppe Anklam der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) steht jedenfalls schon Boot bei Fuß, um den Badebetrieb mit ihren Rettungsschwimmern abzusichern. Seit 2011 existiert diese Partnerschaft mit der Betreiber-Gemeinde, und beide Seiten haben sich mittlerweile schätzen gelernt.
Denn die idyllische Freizeiteinrichtung mit ihrem feinen Sandstrand, Liegewiese, Strandkörben, Volleyballfeld, Spielgeräten, Schwimmponton und großer Rutsche erfreut sich kaum weniger Beliebtheit bei den hier eingesetzten Vereinsmitgliedern als die Ostsee-Dienststellen. Ähnlich sieht es bei den Besuchern aus: 2012 kam ein nicht unerheblicher Teil aus dem Bereich Greifswald und Gützkow sowie dem westlichen Umland von Anklam beziehungsweise der Lilienthalstadt selbst. „Ohne die DLRG könnten wir das abhaken mit der Badeanstalt“, weiß Bürgermeister Giermann.
Dank ihr hat er Personalsorgen nur an einer Betreiber-Front, allerdings ganz schön happige. Weil nämlich in Sachen ABM und Ein-Euro-Jobs eher Flaute herrscht, wachsen die Probleme Bentzins, die Vorbereitungen, den Aufbau und die Ordnung auf dem Gelände zu gewährleisten. „Dieses Jahr ist das noch schlimmer als vergangenes“, verdeutlicht Gemeindearbeiter Fred Schibielsky, der die Grünpflege- und Reparaturarbeiten in allen Ortsteilen koordiniert. „Wir sind bloß noch zu dritt, und wir kommen so schon nicht rum in der Gemeinde.“ Dabei böte allein das Areal am Zarrenthiner Badestrand einem Mann Beschäftigung für mindestens eine Woche. Letztlich will die Kommune nun auf einen Einwohner zurückgreifen, der sich auf so genannter 100-Euro-Basis um die Freizeiteinrichtung kümmert – vorerst für zwei Monate.
Anders sei das Ganze einfach nicht zu finanzieren, unterstreicht der Bürgermeister. „Es geht einfach nicht mehr.“ Und zeigt sich daher glücklich, dass das Wetter erst jetzt in Richtung Sommer tendiert. „Viel früher anfangen hat ja auch keinen großen Zweck für uns, es ist ja noch ganz schön kalt.“

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×