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Alte Praxis, neuer Arzt: Folgen noch weitere?

Das Ameos-Klinikum betreibt jetzt die Praxis als Außenstelle. Manfred Meinert wird die Patienten betreuen. [KT_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke
Das Ameos-Klinikum betreibt jetzt die Praxis als Außenstelle. Manfred Meinert wird die Patienten betreuen. [KT_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke

VonJörg Foetzke

Das wird die Ducherower freuen: Nach gut zwei Monaten Pause wird
die Arztpraxis an der
Hauptstraße wieder öffnen. Allgemeinmediziner Manfred Meinert will langfristig bleiben – ihm könnten weitere Ärzte in die Region folgen.

Ducherow.Noch vor einem Vierteljahr deutete alles darauf hin, dass die Arztpraxis an der Ducherower Hauptstraße für immer schließt – jetzt hat sie eine gesicherte Zukunft. Nach zwei Monaten Pause werden dort ab Mon-
tag wieder Sprechstunden angeboten. Allerdings ohne Dr. Hellfried Jakubowski. Nach 32 Jahren ist der Allgemeinmediziner im April in den Ruhestand gegangen. Seine langfristige Suche nach einem Nachfolger hatte keinen Erfolg. Als fast alle Hoffnungen sich zerschlagen hatten, gab es dann doch ein Happy End: Der Ducherower Landtagsabgeordnete Bernd Schubert (CDU) hatte das Ameos-Klinikum Ueckermünde mit ins Boot geholt. Sie betreibt die Praxis nun als Außenstelle, als Mediziner vor Ort wird Manfred Meinert die Patienten betreuen.
Und der Mediziner sieht Ducherow überhaupt nicht als Durchgangsstation: Mindestens 20 Jahre wolle er in der Praxis arbeiten. Der
45-Jährige stammt aus Niedersachsen und hat in Bochum studiert. Nach Vorpommern kam er der Liebe wegen, mit Frau und Kind wohnt er auf der Insel Usedom. Dort hat er auch in den letzten Jahren praktiziert.
Auf die Arbeit in der Ducherower Praxis freut sich Manfred Meinert. Doch als selbstständiger Arzt hätte er das kaum gewagt. So ist es nahezu eine glückliche Fügung, dass das Ameos-Klinikum mit dabei ist. „Als wir von den Problemen in Ducherow hörten, haben wir nicht lange gezögert, um zu helfen“, berichtet Kai Firneisen, Direktor der Ueckermünder Ameos-Klinikums. Die Modalitäten mit der Kassenärztlichen Vereinigung habe man unkompliziert klären und die bisherigen Praxisräume anmieten können. Auch in die Praxis-Ausstattung wird investiert.
Ein wenig Sorge bereitet die personelle Situation. Ursprünglich sollten die zwei Sprechstundenhilfen übernommen werden. „Doch eine der Frauen hat woanders eine Stelle gefunden“, berichtet Firneisen. Die zweite Stelle soll nun jedoch schnell wieder besetzt werden.
Die Ducherower Lösung könnte Schule machen: Um die medizinische Versorgung auf dem Land zu sichern, sei Ameos bereit, auch in anderen Orten der Region auf diese Weise zu helfen, erklärte Klinikchef Firneisen.

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