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Amtstierarzt nimmt verdächtige Hunde unter die Lupe

Ein Bild aus friedlicheren Tagen: Die Kita in Zarrenthin hofft, dass die Kinder bald wieder das beliebte Streichelgehege auf dem Hof nutzen können. Momentan jedenfalls traut sich niemand, dort Tiere unterzubringen.  FOTO: Stefan Hoeft
Ein Bild aus friedlicheren Tagen: Die Kita in Zarrenthin hofft, dass die Kinder bald wieder das beliebte Streichelgehege auf dem Hof nutzen können. Momentan jedenfalls traut sich niemand, dort Tiere unterzubringen. FOTO: Stefan Hoeft

Von Stefan Hoeft

Wie geht es in Zarrenthin weiter, wo erneut Tiere auf dem Kita-Hof massakriert wurden? Das Ordnungsamt erwartet jetzt jeden Tag eine Stellungnahme vom Amtstierarzt. Doch auch so soll am Tatort aufgerüstet werden.

Zarrenthin. Was für ein Arbeitsstart für Jarmens Ordnungsamtsleiter und Vizebürgermeister Rainer Hardt: Gerade eine Woche Urlaub hinter sich und schon wartet gestern Morgen erneut das hässliche Thema aus Zarrenthin auf seinem Tisch. Denn nachdem auf dem Hof der Kita des Nachts ein Huhn halb aufgefressen und einem Igel der Kopf abgerissen wurde, fällt der Verdacht erstmal auf zwei Hunde aus der Nachbarschaft, die im Februar/März schon mehrmals im Streichelzoo der Kindereinrichtung gewütet haben. Damals starben bei mehreren Attacken Kaninchen und Meerschweinchen.

Dabei hat die Verwaltung ebenso wie Erzieher, Kinder und Eltern gehofft, mit dem Thema abschließen zu können. Schließlich ist gegen die Hunde-Besitzer ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet – samt Geldzahlung und Auflagen zur Haltung der Vierbeiner, wie Hardt gestern unterstrich. Allerdings scheint noch längst nicht alles zur Zufriedenheit, was die Erfüllung der Vereinbarungen angeht. „Da sind wir noch dabei, die einzufordern.“ Und nun zwingt der neuerliche Vorfall die Behörden zu weiteren Schritten. Wobei der Ordnungsamtsleiter wie schon die Hundebesitzer gegenüber Nordkurier klarstellte, dass es zwar einen begründeten Verdacht, diesmal aber eben keine Beweise für die „Tatbeteiligung“ gibt.

Trotzdem war er mit einem Amtstierarzt vergangene Woche auf dem Hof der verdächtigen Bellos, um sie und die Haltungsbedingungen unter die Lupe zu nehmen. „Ich warte jetzt auf seine Einschätzung, dann sehen wir weiter“, kündigte der Vize-Rathauschef an. Fakt sei indes, dass die zwei vierbeinigen Mischlinge beim Behördentermin einen wohlgenährten und friedlichen Eindruck machten. Als könnten sie kein Wässerchen trüben. „Das kann ich schon mal sagen: Gegenüber Menschen scheinen sie nicht gefährlich, da war keinerlei Aggression zu bemerken.“

Allerdings stehe die Sicherheit der Kita-Kinder vor allem im Vordergrund, die müsse 100-prozentig gewährleistet sein. Und natürlich hätten auch die Tiere im Dorf ein Recht auf Unversehrtheit und Schutz vor diesen Hunden. Es gehe hier ja nicht einfach mal um eine Katze, die plötzlich vorbeilaufe und nach der sie schnappen, sondern den Verdacht, dass sie gezielt zur „Jagd“ ausrücken. „Wenn das so ist, dann läuft was verkehrt“, so Hardt.

Unabhängig von diesem Verfahren existieren Überlegungen, wie der Streichelzoo der Kita Zarrenthin baulich so umgestalten lässt, dass deren Bewohner sicherer als bisher vor Attacken sind. Tiere gibt es ja schon wieder, doch niemand traut sich sie ins Freie zu bringen. Außerdem gibt es die Idee, Überwachungstechnik zu installieren, damit keiner mehr mit fehlenden Beweisen argumentieren kann. „Wir machen da schon was“, versicherte der Ordnungsamtschef.

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