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Anklam: Messer-Räuber lauert Pizza-Fahrer auf

Ausgeraubt nach der Pizza-Tour: Eine Raub-Serie hält Anklam in Atem, nach drei Tankstellen erwischte es jetzt den Fahrer eines Pizzadienstes.  FOTO: Veronika Müller
Ausgeraubt nach der Pizza-Tour: Eine Raub-Serie hält Anklam in Atem, nach drei Tankstellen erwischte es jetzt den Fahrer eines Pizzadienstes. FOTO: Veronika Müller

Von unserem Redaktionsmitglied
Veronika Müller

Anklam kommt einfach
nicht zur Ruhe: Nach den
drei Überfällen auf Tankstellen traf es
jetzt einen Pizzafahrer.
Der Mann wurde bei
dem Raub sogar verletzt. Und wieder keine Spur
vom Täter.

Anklam.„Zwölf Jahre lang
ist nichts passiert und nun das!“ – Der Chef der kleinen Pizzeria in der Anklamer Innenstadt schüttelt den Kopf. Er kann immer noch nicht fassen, was einem seiner Fahrer geschehen ist. Es war Sonntagabend kurz vor 21.30 Uhr – alles lief wie immer. Gäste wurden bedient, die Pizzafahrer drehten ihre Auslieferungstouren. „Einer meiner Fahrer stand dann plötzlich in der Tür, verletzt und ausgeraubt“, erinnert sich der Chef. Das Opfer hatte gerade seine Runde beendet und sein Fahrzeug neben der Pizzeria an der Breiten Straße geparkt. Auf dem kurzen Weg zwischen Auto und Geschäft passierte es dann. „Ein maskierter Mann forderte die Herausgabe von Bargeld“, teilte die Einsatzstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg mit. Dabei hat der Täter den 47-jährigen Pizzafahrer mit einem Messer bedroht. Dieser wehrte sich, es kam zu einem Handgemenge, bei dem das Opfer leicht verletzt wurde. Der Täter flüchtete mit mehren Hundert Euro.
Die Polizei kann nicht ausschließen, dass der Raub im Zusammenhang mit den jüngsten Tankstellenüberfällen in Anklam steht. „Wir ermitteln auch in diese Richtung“, sagte die Anklamer Polizei-Sprecherin Ortrun Schwarz. Direkte Hinweise darauf gebe es nach derzeitigem Ermittlungsstand jedoch nicht, so Schwarz weiter. Außerdem werden Zeugen gesucht, die eventuell etwas beobachtet haben.
Unterdessen macht sich in der kleinen Pizzeria ein mulmiges Gefühl breit. Die Angst fährt wohl nun bei jeder Tour mit. „Was, wenn der Täter erneut zuschlägt oder andere auf die Idee kommen, es auch einmal zu versuchen?“ Der Chef versucht, seine Leute zu beruhigen. Ein neues Sicherheitskonzept muss her. Er hat auch bereits gehandelt. Darüber reden möchte erallerdingsnicht. „Wenn ich das jetzt ausplaudere, bringt es ja nichts.“ Dennoch: Die Polizei weiß, ein Rund-um-Sorglos-Paket gibt es nicht. Leider, wie Ortrun Schwarz bedauernd feststellt. Ein Rest-
risiko bleibt. Dem Opfer geht es inzwischen wieder einigermaßen gut. „Zum Glück“, sind auch sein Chef froh, dass am Ende alles relativ glimpflich ausgegangen ist. „Es hätte schlimmer kommen können. Hoffentlich kriegen sie den Täter bald.“ Denn bis dahin sitzt nicht nur bei diesem Pizzadienst die Angst mit im Auto, wenn es abends auf
Liefertour geht.

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