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Bald kommt für Monate kein Auto mehr durch

VonStefan Hoeft

Ab Sommer ist erstmal Schluss mit dem Autoverkehr durch die Jarmener Fabrikstraße. Leiser und angenehmer wird es für die Anwohner deshalb aber keineswegs. Denn dann rücken Bautrupps an, um den Straßenzug komplett umzugestalten. Und schneiden so manchen von seiner Hofzufahrt ab.

Jarmen.„Offiziell haben wir die Sperrung von August 2013 bis Mai 2014 beantragt – und auch die Genehmigung dafür“, sagt Peter Pigard vom Neubrandenburger Ingenieurbüro NIT. Das ist für die Bauplanung in der Jarmener Fabrikstraße verantwortlich. Nach der Umgestaltung des stadtauswärts gelegenen Endes im vergangenen Jahr (Nordkurier berichtete) will sich die Kommune nun das dicke Mittelstück zwischen Lindenstraße und Dampferweg vornehmen – das sind gute 300 Meter.
Zwar teilt sich das Ganze an der Einmündung Bahnhofstraße in zwei Abschnitte, die beim Rückbau nacheinander in Angriff genommen werden. Doch letztlich entwickle sich alles zu einer großen Baustelle, weil Planer und Firmen den neuen Fahrbahnbelag in einem Zug aufbringen wollen. Ziel ist es, sich 2013 auf die Straße selbst zu konzentrieren, also die Regenentwässerung fertig zu stellen, die Borde und Gossensteine zu setzen und bis zum Wintereinbruch wenigstens die Bitumen-Tragschicht einzubringen. Der Rest der Fahrbahn sowie die Nebenanlagen wie Straßenbeleuchtung, Bürgersteige und Grünzonen könnten dann im nächsten Frühjahr folgen, verdeutlicht Bürgermeister Arno Karp.
Die Anlieger müssen bis dahin mit teils gravierenden Einschränkungen leben, los geht es für alle, die zwischen Linden- und Bahnhofstraße wohnen. „Das kann durchaus ein Zeitraum von zwei, drei Monaten sein, wo sie nicht mit dem Fahrzeug an ihre Grundstücke kommen“, kündigt Peter Pigard an. „Das betrifft auch die Garagen am Neubau.“ Weil zudem der öffentliche Parkplatz dort gesperrt wird, müssen sich die Autobesitzer für ihre Vehikel einen Stellplatz etwas weiter weg suchen. Wenn die Baukolonne Richtung Innenstadt weiterzieht, ist auch die Bahnhofstraße dicht. Wer dorthin gelangen will, müsse den Umweg über das ehemalige Zuckerfabrikgelände und den sich anschließenden Plattenweg nutzen.
Sobald die Schottertragschicht fertig ist, will Pigard zumindest den Anwohnern die Möglichkeit geben, trotz Baustelle wieder ihren Hof anzufahren, jedoch mit versicherungstechnischen Einschränkungen: „Es bleibt ihr Risiko, wenn sie da fahren. Offiziell ist das gesperrt.“
Nicht umsonst übernehmen ja die Bauleute die Müllabfuhr, sprich sie bringen die Tonnen jeweils am Abfuhrtag zu einem Sammelpunkt und wieder zurück. Und wer gerade in dieser Bauzeit Möbel bekommt, Gas- oder Öltanks auffüllen muss oder umzieht, sollte sich rechtzeitig vorher an Planer, Baufirma oder Stadtverwaltung wenden. „Da werden wir dann Lösungen finden“, verspricht der NIT-Mann.
Die ersten Handwerker und Einschränkungen werden die Jarmener indes bereits Anfang nächsten Monats in der Fabrikstraße erleben. Schließlich lässt die GKU im Vorfeld des Straßenbaus neue Wasserleitungen und Hausanschlüsse installieren. Das beginnt voraussichtlich am 10./11. Juni und ist mit dem Aufnehmen des Gehwegs auf der Nordseite verbunden. Später dringen die Bauleute auch in den Straßenkörper, so dass die Fahrbahn Juli bis August halbseitig gesperrt wird und die Anlieger da schon für drei bis vier Tage nicht mehr per Auto nach Hause kommen.

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