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Beim Einkaufen gleich noch den Liebsten entdecken

VonStefan Hoeft

Heimat ist ein mitunter schwer zu packender Begriff, doch häufig mit viel Gefühl beladen. Das machte der jüngste Jarmener Gesprächskreis deutlich. Nebenbei offenbarte er ein Geheimnis des Referenten: seine wahrhaft herzliche Beziehung zur Peenestadt.

Jarmen.Professor Horst Wernicke gilt im Nordosten Deutschlands als recht bekannter Mann. Schließlich ist er seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte und Hansegeschichte an der Universität Greifswald und übernahm später die Koordination der Ständigen Konferenz der Historiker des Ostseeraums. In jüngster Zeit allerdings stand er vor allem als Vorsitzender des insolventen Landesheimatverbandes im Licht der Öffentlichkeit – verständlicherweise auf eine eher ungeliebte Art. Doch gerade in dieser Funktion galt er als die Nummer eins für den Jarmener Mediziner Hans-Robert Metelmann, als es um die Referentensuche für den jüngsten Jarmener Gesprächskreis ging. „Heimat und Brauchtum“ war der thematisch überschrieben, nach Ansicht von Bildungsminister und Universitätsrektor a.D. Metelmann ein klarer Fall für den Geisteswissenschaftler.
Bevor es dort zur Sache ging, verriet der Gastgeber den gut 50 Besuchern indes noch ein Geheimnis Wernickes, das außer der Familie und einigen anderen Eingeweihten wohl vorher kaum jemand kannte: Der Historiker lernte vor Jahrzehnten seine Frau ausgerechnet in Jarmen kennen. Denn während es sich heute anders herum darstellt, lockte die Kleinstadt einst mit ihren rührigen Geschäftsleuten viele Greifswalder an die Peene zum Einkaufen, sie war bekannt für ihr DDR-Verhältnissen entsprechend gutes Angebot von Schuhen bis hin zu Möbeln. Und so lief sich dort eines Tages auch das künftige Ehepaar Wernicke über den Weg. Die junge Frau befand sich gerade im Jarmener Kaufhaus, als sie auf der anderen Straßenseite zum ersten Mal eben jenen Horst entdeckte, der später „ihrer“ werden sollte, erfuhren die Gesprächskreis-Gäste.
Da passte es irgendwie, dass die jetzige Veranstaltung gerade mal gut 250 Meter vom damaligen „Tatort“ stattfand und dann sogar noch im so genannten Haus der Begegnung. Ob es nur daran lag, dass mit Wernicke auch seine Frau zum Gesprächskreis kam, blieb zwar unklar. Doch auf jeden Fall gab es für sie einen schönen Strauß Blumen als Erinnerung. Und herzlichen Beifall aus der Runde für diese mit Jarmen verbundene Liebesgeschichte.

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