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Beim Stadtfest soll Anklam selbst für den Spaß sorgen

VonClaudia Müller

Eine lange, lange Festtafel und viele Aktionen: Die Initiative „Bitte lächeln altes Haus“ schlägt vor, dass beim Stadtjubiläum die Anklamer vieles selbst machen, anstatt es teuer einzukaufen.

Anklam.Es soll ein fröhliches und unverwechselbares Fest werden: Wenn Anklam im nächsten Jahr das 750. Stadtjubiläum feiert, sollen alle Anklamer mitfeiern, aber auch mitmachen. Das wünschen sich Gerlinde Ladwig und ihre Mitstreiter von der Denkmal-Initiative „Bitte lächeln altes Haus“. Sie stellen sich vor, dass Vereine, Schulen, Kitas, Firmen und Bürger unter dem Motto „Miteinander, füreinander“ das Fest gestalten und sich dabei von der Geschichte der Hansestadt inspirieren lassen. „Wir haben so viel Potenzial in der Stadt, wir müssen noch nicht einmal Musikgruppen von auswärts einkaufen“, sagt Gerlinde Ladwig. Als Eigenproduktion könnte das Jubiläum zu etwas Besonderem werden, an das sich Anklamer und Gäste noch lange erinnern.
Zudem ist Gerlinde Ladwig überzeugt, dass sich auf diese Weise ein Teil des Festbudgets, das die Stadtvertretung auf 155 000 Euro festgelegt hat, einsparen lässt. Statt die Festbesucher mit dem Geld kurzfristig zu bespaßen, können die Anklamer selber für den Spaß sorgen und die Mittel für etwas Bleibendes einsetzen, meint die Anklamerin. Bedenken gegen die Höhe des Festbudgets waren auch bei der jüngsten Stadtvertretersitzung laut geworden: Stadtvertreter wie Sigrun Reese (FDP) und Uwe Schultz (SPD) warben dafür, das Jubiläum mit eigenen, einfachen Mitteln zu gestalten (wir berichteten).
Das könnte so aussehen: Alle Plätze und wichtigen Gebäude werden Schauplatz für Aktionen, die mit der Stadtgeschichte zu tun haben, schlägt Gerlinde Ladwig vor. Im Rathaus könnte man eine Bildergalerie der Bürgermeister aufbauen und am Peendamm an die Schwedenzeit erinnern. Auch Gastronomen und Geschäftsleute sollen aktiv werden: In einer Apotheke könnte vorgeführt werden, wie früher Pillen gedreht wurden.
Als Aktion, die Anklamer und Gäste zum Essen, Trinken und Feiern an einen Tisch bringt, schwebt Gerlinde Ladwig eine lange Tafel durch die Innenstadt vor. Diese Festtafel soll vom Neuen Markt bis zur Stadtmauer reichen, denn dort könnten die gesparten Gelder eingesetzt werden: „Wir sollten ein Stück Stadtmauer sanieren, um ein Zeugnis der Geschichte für spätere Generationen zu erhalten“, regt Ladwig an. Die Initiative will bei den Organisatoren des Jubiläums und bei den Anklamern nun für ihre Ideen werben.

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