Nordkurier.de

Berggorillas Aug’ in Aug’ gegenüber

Der Neuendorfer Udo-Adolf Röder hat seine afrikanischen Reiseerlebnisse jetzt als Buch veröffentlicht. Die Urkunde, links, ist ein Beleg für die „wahrhaftige“ Besteigung des Kilimandscharos, des mit 5895 Meter höchsten Gipfels auf dem Kontinent. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H-Engel
Der Neuendorfer Udo-Adolf Röder hat seine afrikanischen Reiseerlebnisse jetzt als Buch veröffentlicht. Die Urkunde, links, ist ein Beleg für die „wahrhaftige“ Besteigung des Kilimandscharos, des mit 5895 Meter höchsten Gipfels auf dem Kontinent. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H-Engel

VonKarl-Heinz Engel

Afrikareisen bedeuten für Udo-Adolf Röder die Erfüllung eines Kindheitstraums. Alle zwei Jahre verbringt er einige Wochen auf dem schwarzen Kontinent. Unternehmungen voller Abenteuer.

Neuendorf.Es sind Jahrzehnte verstrichen, seit die dereinst bekannten tschechische Dokumentarfilmer Sigmund und Hanselka mit einem Tatra durch die DDR tourten und Afrika-Filme zeigten. Gebannt verfolgte in seinem Heimatort auch ein Steppke das schwarzweiße Leinwandgeschehen. Es war Udo-Adolf Röder. In dem heute 68-Jährigen ist damals das Interesse am schwarzen Kontinent geweckt worden. Afrika sei allerdings auch sonst schon ein Begriff für ihn gewesen, denn einige Vorfahren mütterlicherseits waren in der Kaiserzeit Kolonialbeamte.
Kein Wunder also, dass es Udo-Adolf Röder bald nach der Wende nach Afrika zog. Kenia, Tansania, Uganda, die Steppen durch die Massai mit ihren Herden wandern, die Pfade, auf denen der legendäre Livingstone seine Entdeckungen machte, sind seiher immer wieder Ziel seiner Safaris. „Afrika erfüllt jeden Touristenwunsch“, sagt Röder. Es biete alles: Savannen, Regenwälder, Wasserfälle, Gebirgsmassive. Den Erdteil haben mittlerweile viele Reisehungrige aus Neubrandenburg und Umgebung besucht. Tendenz steigend, wie von Reiseveranstaltern zu hören ist. Gorillas in den ostafrikanischen Bergwäldern Aug’ in Aug’ gegenüber zu stehen, oder in den Kraterschlund des 5895 Meter hohen Kilimandscharos zu blicken, solche Herausforderungen muten sich aber nur wenige zu. Udo-Adolf Röder gehört dazu. Eine Urkunde bescheinigt Zweiflern, dass er „wahrhaftig“ ganz oben auf Afrikas höchstem Gipfel stand. Hart dran sei es bei den Unternehmungen manchmal gewesen, hart dran in Bezug auf Leben und Gesundheit, egal ob in Busch, Urwald oder auf reißenden Flüssen, berichtet der Neuendorfer.
Gleich anderen, die derlei Dinge erlebt haben, überkam den Neuendorfer vor einiger Zeit das Gefühl, randvoll zu sein von Erlebtem. In solchen Fällen ist es das Beste, alles aufzuschreiben, sagte er sich und setzte sich an die Arbeit. Gerade jetzt ist sein zweites Buch im Selbstverlag erschiehen. Es trägt den Titel „Gorilla-Trecking in Uganda und Ruanda“. „Gorillas sind faszinierende Tiere“, schildert der frühere Niederlassungsleiter der KKH-Krankenkasse seine Erlebnisse, bei denen er oft Gelegenheit hatte, die Manieren und das soziale „Verständnis“ der Affen zu studieren. „Man hat manches über ihr Menschenwesen gehört. Steht man vor ihnen, begreift man es“, erzählt Röder. Zusammen mit seinem bewaffneten Führer war es gelungen, den vierschrötigen Clan-Chef freundlich zu stimmen, womit auch die Sippe gut drauf war. Näher als sieben Meter dürfe man Gorillas aber nicht kommen. Sie würden sich dann bedrängt fühlen. „Trommeln sie mit den Fäusten auf die Brust und stoßen helle Laute aus, sind Abenteuerhungrige gut beraten, sich zurückzuziehen“, so die Erfahrung von Udo-Adolf Röder. Es könne sonst sehr gefährlich werden.
Seine Bücher sieht der Neuendorfer auch als Geschichtsbewahrung für den fünfjährigen Enkel Arthur. Werde der irgendwann auf den Spuren seines Großvaters wandeln, sehe es dort garantiert nicht mehr so aus wie gegenwärtig, sagt der Ruheständler. Die Ausbeutung der Rohstoffressourcen nehme beängstigende Ausmaße an. Der Krieg zwischen Hutu und Tutsi sei auch dafür Ausdruck. „Afrika braucht uns nicht. Es hat alles. Weites Land, grandiose Natur, Bodenschätze... Wir dagegen brauchen Afrika und sollten respektvoller mit ihm umgehen“, meint Udo-Adolf Röder. Wer Interesse an seinen Reisebeschreibungen hat, kann ihn anrufen: Tel. 0395 3683022.

Kontakt zum Autor
red-neubrandenburg@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×