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Blut-Mangel bedroht Operationen

Anklam. „Die Leute gehen jetzt lieber in den Garten als zu uns“, sagt Iris Kraus vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Dabei dauert eine Blutspende noch nicht einmal eine Stunde, sagt die Expertin. Bis zum Donnerstag haben in diesem Jahr bislang 255 Anklamer jeweils einen halben Liter ihres Lebenssaftes abgegeben. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch 320 Spender – Tendenz also fallend.

„Unser Blut wird regional gebraucht, geht also nur an Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Iris Kraus. Unter anderem wird auch die Anklamer Klinik beliefert. Allein in M-V werden täglich 400 bis 450 Blutkonserven benötigt, um Patienten zu versorgen. So kann es passieren, dass es zu Engpässen kommt – vor allem in der Urlaubszeit. Die Universitätsklinik Greifswald hat eine eigene Blutspendeabteilung, musste aber nach Ostern auf Konserven der Blutbank des DRK zurückgreifen. „Bevor einer Klinik das Blut ausgeht, helfen wir natürlich“, so Iris Kraus. „Wenn geplante Operationen verlegt werden müssen, ist das ja psychischer Stress für die Patienten.“ Dennoch sei dies mittlerweile an der Tagesordnung, sagt Ulf Alpen vom Greifswalder Klinikum. „Wenn jeder einmal öfter kommt als bisher, haben wir gemeinsam eine Chance, das Problem zu bekämpfen“, ruft er Spendenwillige auf.

„Die roten Blutkörperchen halten sich nur 42 Tage“, sagt Iris Kraus. Einen Zeitraum, den die Greifswalder Konserven gar nicht erleben, denn schon nach fünf Tagen sind sie meist wieder verbraucht. Gerade deswegen sind die Blutspendedienste auf regelmäßige Spenden angewiesen.

Wer helfen möchte und über 18 Jahre alt ist, kann am 25. April von 14.30 bis 18.30 Uhr beim DRK in der Ravelin-straße 17 vorbeischauen. ar

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