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Bruchlandung in der Nikolaikirche? Nein, das ist Flugzeug-Geschichte

Gestern wurde die Wright A-Flugmaschine in der Nikolaikirche in Stellung gebracht, noch heute soll sie in fünf Metern Höhe über dem Boden schweben. Eberhard Feese (rechts) versuchte sich nach Einweisung durch Museumschef Bernd Lukasch schon mal auf dem Pilotensitz.                                     FOTOs: J. Foetzke
Gestern wurde die Wright A-Flugmaschine in der Nikolaikirche in Stellung gebracht, noch heute soll sie in fünf Metern Höhe über dem Boden schweben. Eberhard Feese (rechts) versuchte sich nach Einweisung durch Museumschef Bernd Lukasch schon mal auf dem Pilotensitz. FOTOs: J. Foetzke

Wenn von einem der ersten Motorflugzeuge der Welt lediglich ein Nachbau unter dem Dach der Nikolakirche hängt, ist er der Hingucker
in der neuen Ausstellung.

Anklam. Neuneinhalb Meter lang, zwölf Meter Spannweite – das prägende Exponat für die neue Ausstellung in der Nikolaikirche ist alles andere als filigran. Für Bernd Lukasch, Chef des Lilenthalmuseums, und seine Mitstreiter war es gestern schon ein nicht unerheblicher Kraftakt, die Flugmaschine vom Typ Wright A genau so auf den Kirchenboden zu stellen, wie er dann von heute an unter dem Dach hängen soll.
Den Brüdern Wilbur und Orville Wright gelang mit einer eigens konstruierten Maschine 1903 der erste Motorflug der Welt. Zum 110. Jubiläum dieser denkwürdigen Leistung wollen die Anklamer Museumsleute in ihrer Nikolai-Sommerausstellung daran erinnern. „Wright und Lilienthal“ ist die Sonderschau betitelt, weil es doch gewisse Verbindungen zwischen den Flugpionieren gibt, obwohl sie sich persönlich nie begegnet sind. Als Otto Lilienthal 1896 bei Flugversuchen in der Nähe von Berlin ums Leben kam, konzentrierten sich die Gebrüdern Wright noch voll auf die Reparatur von Fahrrädern. „Doch Lilienthal hat mit seinen Leistungen die Wrights inspiriert“, ist sich Bernd Lukasch sicher. Auch sollen sie nach Lilienthals Tod dessen Witwe besucht und sie finanziell unterstützt haben.

Diese Verbindungslinien zwischen den Flugpionieren wollen die Anklamer Museumsleute in der Sonderschau mit Briefen und historischen Dokumenten veranschaulichen. Doch die Hauptattraktion ist die rund 300 Kilogramm schwere Wright A. Sie gehört zu den ersten Serienflugmaschinen der Welt. Fast 30 Stück dieses Typs wurden von 1908 an gebaut. Ein Original ist heute im Deutschen Museum München zu bestaunen.

In Anklam wird hingegen ein detailgetreuer Nachbau aus der Werkstatt von Udo Jörges aus dem Schwarzwald zu sehen sein. Eigentümer der Replik ist die Aviat-Stiftung, die das Exponat den Anklamern zur Verfügung stellte. Die neue Schau in der Anklamer Nikolaikriche wird dann vom 15. Juni bis zum Abschluss der Sommeröffnungszeit im Oktober zu sehen sein.

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j.foetzke@nordkurier.de

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