Februar 22, 2012
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Kommunen von Redaktion

Bürgermeister fordert bei Bau-Ruine einen schärferen Ton vom Landkreis

Die Hausnummern 60 und 61 verschandeln das gesamte Dorfbild von Blesewitz. [RS_CREDIT] FOTO: Katja Müller
Die Hausnummern 60 und 61 verschandeln das gesamte Dorfbild von Blesewitz. [RS_CREDIT] FOTO: Katja Müller
Von unserem Redaktionsmitglied
Katja Müller

Die alten Mauern im Ortskern kosten Bürgermeister Frank Zibell noch den letzten Nerv, befürchtet er. Der Kleinkrieg zwischen Gemeinde und Eigentümern einer Verfalls- immobilie dauert nun schon mehrere Jahre an. Vielleicht sorgt nun ein Todesfall für eine Wende in der Angelegenheit.

Blesewitz.Tag für Tag schnellt der Puls von Frank Zibell in die Höhe. Wenn der Blesewitzer Bürgermeister den heimischen Hof verlässt, sieht er sie. Die Ruine mitten im Ortskern. Seit den 90ern fällt das Haus immer weiter in sich zusammen, und die Eigentümer schauen tatenlos zu. Auch wenn gelegentlich ein Ordnungsruf des Landkreises noch für einen Sicherheitszaun gesorgt hatte, ist das mittlerweile Geschichte. „Es rührt sich einfach nichts. Ich habe mich schon so oft beschwert, das Amt ist machtlos, und auch der Landkreis kann nur böse Briefe an die Besitzer schicken“, sagt das Gemeindeoberhaupt.
Die Hausnummern 60 und 61 waren im Besitz einer Blesewitzerin sowie einer Berliner Familie. Mit den Berliner Eigentümern seien laut Frank Zibell Gespräche möglich und nach jeder Beschwerde würde sich auch etwas tun. Doch alle Verhandlungen mit der älteren Dame blieben bislang erfolglos. Nun, wo die Dame verstorben ist, kümmere sich laut Zibell ein Vormund des Sohnes um die Angelegenheit. „Vielleicht macht der ja endlich was und wir können möglicherweise einen neuen Eigentümer finden, der endlich was macht“, sagt Zibell mit einem Fünkchen Hoffnung im Blick.
Denn so ganz hat er den Traum von einem schönen Baugrundstück in der Ortsmitte noch nicht aufgegeben. „Hier muss sich doch was machen lassen, denn Interessenten gab es schon einige. Nur die Blesewitzerin hatte sich bislang quer gestellt“, erzählt der Bürgermeister. Doch vorerst lasten die anfallenden Arbeiten rund um die eingefallenen Mauern weiterhin auf den Schultern der Kommune. „Das ist bitter. Wie sollen die kleinen Gemeinden denn vorwärts kommen, wenn man uns immer wieder hängen lässt. Da muss der Ton des Landkreises jetzt mal schärfer werden“, fordert Zibell. Zur Not wende er sich an den Bürgerbeauftragten. „Wir haben hier auch noch andere Baustellen, er kann sich das ja mal persönlich anschauen.“
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