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Candy kehrt fürs Theater in Heimat zurück

Bei der Begrüßung und beim Aufwärmen sind die Bewerber noch zusammen, später stehen sie dann beim eigentlichen Vorsprechen allein auf der Bühne.[KT_CREDIT] FOTOs: Claudia Müller
Bei der Begrüßung und beim Aufwärmen sind die Bewerber noch zusammen, später stehen sie dann beim eigentlichen Vorsprechen allein auf der Bühne.[KT_CREDIT] FOTOs: Claudia Müller

VonClaudia Müller

Candy Hartwig gehört zu den jungen Leuten, die
sich beim Vorsprechen am Anklamer Theater um einen Platz an der Zinnowitzer Akademie beworben haben.

Anklam/Zinnowitz.Bei einem Bewerbungsgespräch ist man ohnehin nervös, doch wenn man auch noch lange Texte fehlerfrei sprechen und ohne schiefen Ton Lieder singen soll, ist sicherlich noch mehr Lampenfieber im Spiel. Bei Candy Hartwig war die Aufregung jedenfalls groß, als sie gestern auf die große Bühne des Anklamer Theaters gerufen wurde, um für einen Studienplatz an der Theaterakademie Zinnowitz vorzusprechen. Für die Vertreter der Akademie und der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, die über die Bewerbungen entscheiden, schlüpfte die 21-Jährige aus Kemnitz bei Greifswald unter anderem in die Rolle von Gretchen aus Goethes Faust, trug ein Gedicht von Heinrich Heine vor und sang eine Melodie aus „My Fair Lady“. Hinterher atmete sie auf: „Ich hatte es mit schlimmer vorgestellt.“
Schauspielerin zu werden, ist schon lange der Traum der jungen Frau, auch wenn sie nach dem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung als Friseurin in Hamburg absolviert hat. Sie wollte Erfahrungen sammeln und dazu schien ihr eine Großstadt besser geeignet. Vor einem Jahr ist sie nach Vorpommern zurückgekehrt mit dem festen Ziel, sich in Zinnowitz zu bewerben. Aber zuvor hat sie sich in Greifswald eine Stelle in ihrem ersten Beruf gesucht – als Sicherheit. Für Candy Hartwig, die Klavier spielt und Gesangsunterricht nimmt, ist die Theaterakademie erste Wahl, weildie Studenten von Anfang an bei Produktionen der Landesbühne eingesetzt werden.Erst wenn es dort nicht klappt, will sie es andernorts versuchen.
Unter den rund 20 Bewerbern, die am Wochenende zum Vorsprechen nach Anklam kamen, hatte Candy Hartwig den kürzesten Weg. Die längste Anreise – mit dem Flieger von Mailand nach Berlin und weiter mit dem Zug – nahm der Schweizer Max Gnant auf sich. Der 23-Jährige hat als Schüler in Laienschauspielgruppen mitgemacht, war dann für ein Jahrespraktikum am Schauspielhaus Zürich und besucht nun eine Schule für Bewegungstheater – Tanz, Akrobatik, Pantomime – im Tessin. Anschließend will er sich auf das Sprechtheater konzentrieren. Für diese Ausbildung wäre ihm die Zinnowitzer Akademie sehr recht, „weil die Studenten schnell praktisch arbeiten müssen“.
Ob Candy Hartwig und Max Gnant zu den Bewerbern gehören, die in die nächste Runde kommen, stand am Wochenende noch nicht fest. Insgesamt haben sich dieses Mal über 100 junge Leute für die vierjährige Ausbildung in Zinnowitz beworben.

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