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Der neue Steg ist einfach viel besser

Kurz nach 7 Uhr war es, als gestern der neue Schwimmsteg für die Loitzer Marina einschwebte.  FOTOs: Stefan Hoeft
Kurz nach 7 Uhr war es, als gestern der neue Schwimmsteg für die Loitzer Marina einschwebte. FOTOs: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

In der Loitzer Marina liegt jetzt so richtig was zum Angeben: Die Stadt hat
eine schmucke neue Schwimmplattform für Wasserwanderer bauen lassen, weil sie die alte
an den Nachbarlandkreis rausrücken soll. Und fährt damit obendrein deutlich günstiger.

Loitz.„Was lange währt, wird gut“, meinte Bürgermeister Michael Sack gestern Morgen bei seiner Stippvisite im Hafen, sichtlich zufrieden. Schließlich galt dieser Standardsatz einem rund
650Kilogramm schweren Bauprojekt der Kommune, das eher aus der Not heraus geboren und alles andere als Standard ist: ein neuer schwimmender Steg, kurz nach 7 Uhr von der ortsansässigen Firma Grube zu Wasser gelassen und parallel zur Slipstelle festgemacht.
Schon früher gab es etwas Ähnliches an der Peene, angeschafft noch über den alten Landkreis Demmin. Doch der neue Großkreis Mecklenburgische Seenplatte als dessen Rechtsnachfolger forderte von den mittlerweile zu Vorpommern-Greifswald gehörenden Städten Loitz und
Jarmen diese Teile nun zurück beziehungsweise wollte sie für einen unannehmbar erscheinenden Preis überlassen (Nordkurier berichtete). Aber während letztere Kommune sich damit abfindet, mochten die Loitzer diesen Kahlschlag nicht so einfach hinnehmen.
Immerhin ist ihre Marina ein beliebter Anlaufpunkt für Wasserwanderer, unter anderem mit Kajaks und Canadiern. Und gerade diese Paddler vermissten die Schwimmplattform sehr, wenn es ums Anlegen sowie Ein- und Aussteigen geht, wie Bootsvermieter Michael Woitacha und Hafenmeister Harald Möller übereinstimmend berichteten. Zumal der Wasserstand der Peene die Saison über mitunter stark schwankt und zunehmend Touristen im Alter weit jenseits der 50 auftauchen, denen der behende Sprung über die höher gelegene Bollwerkskante nicht mehr so leicht fällt.
Also gab das Rathaus bei Handwerkern vor Ort einen Neubau in Auftrag, der individuell auf die eigenen Bedürfnisse angepasst wurde. Obenauf eine 2,50 Meter breite und bis zu 6,50 Meter lange Lauffläche aus wetterbeständigem Lärchenholz, unten drunter eine Edelstahlkonstruktion, und alles über Wasser gehalten von sieben fest verschweißten langen Hohlzylindern. Zirka 250 Kilogramm Auftrieb besitze jeder davon, erläuterte Auftragnehmer Karsten Grube. Abzüglich des Eigengewichts bleibe also eine Menge Reserve für die Tragfähigkeit – gut eine Tonne.
Den Hafenmeister freut besonders, dass durch den konischen Zuschnitt und die damit mögliche neue Lage des Pontons diese Ecke der Marina viel besser ausgenutzt werden kann. Nicht nur, dass das Herausholen der Kanus so leichter fällt, es ständen jetzt auch zwei Liegeplätze mehr für kleinere Motorboote zur Verfügung. Dass hörte Bürgermeister Sack fast genauso gern wie den Preis für diese Investition. Zwar liege die Rechnung noch nicht auf seinem Schreibtisch, doch geht er von nur etwas mehr als der Hälfte jenes Betrages aus, den der MSP-Landkreis für die alten Exemplare noch haben wollte. „Und vor allem ist das jetzt unser eigenes, das kann uns niemand so einfach wegnehmen.“

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