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Die Politik machte diese Kapelle zu Grenzbläsern

Musikalische Grenzgänger: Auch in Jarmen traten die „Tollensetaler“ vergangenes Jahr auf. Nun laden sie für Sonntag zum nächsten Pfingstkonzert in die Alt Telliner Storchenbar ein, um ihr aktuelles Repertoire vorzustellen. [KT_CREDIT] FOTO:Stefan Hoeft
Musikalische Grenzgänger: Auch in Jarmen traten die „Tollensetaler“ vergangenes Jahr auf. Nun laden sie für Sonntag zum nächsten Pfingstkonzert in die Alt Telliner Storchenbar ein, um ihr aktuelles Repertoire vorzustellen. [KT_CREDIT] FOTO:Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Das Blasorchester „Tollensetaler“ spielt aufgrund seiner Geschichte ständig auf zwei Hochzeiten. Und versucht das beste daraus zu machen. Eine Kostprobe gibt es nun zu Pfingsten.

Daberkow/Alt Tellin.Die Kreisgebietsreform machte die „Tollensetaler“ plötzlich zu dauerhaften Grenzgängern und stellte sie vor neue Herausforderungen. Denn das Musiker mal auf zwei Hochzeiten tanzen beziehungsweise spielen, kommt immer wieder vor. Zumindest nacheinander und zeitlich begrenzt. Aber bei diesem Blasorchester sieht es komplizierter aus: Der Vereinssitz befindet sich laut Satzung in Daberkow (Vorpommern-Greifswald) und die Geschäftsadresse in Roidin (Mecklenburgische Seenplatte), bisher beides zum Landkreis Demmin gehörend.
Ein Konstellation, die so einige Schwierigkeiten mit sich brachte, wie Vorstand Frank Barke gegenüber Nordkurier verdeutlicht. Denn mit den neuen Strukturen änderte sich beispielsweise auch die Kulturförderung und die Öffentlichkeitsarbeit. Aber seine Truppe machte aus der Not eine Tugend und sieht sich als musikalischer Mittler zwischen beiden Landkreisen, sprich sie dehnt ihren Radius nach Möglichkeit sogar aus. Unterkriegen lassen sich die Künstler nicht, immerhin folgen sie einer langen Tradition. Schon in den 1960er-Jahren gab es eine Kapelle in Daberkow, bis Anfang der 1990er agierte dort das in der ganzen Region bekannte Blasorchester des örtlichen Agrarbetriebes. Und als dessen Nachfolger verstehen sich die 1999 gegründeten „Tollensetaler“.
In diesem Bewusstsein führten sie auch die Jahrzehnte währende Tradition der Pfingstkonzerte in Alt Tellins Storchenbar fort. Und so gibt es am Sonntag, dem 19. Juni, die nächste Auflage dieser Veranstaltung, bei der seit jeher das Repertoire für die neue Saison vorgestellt wird – neben althergebrachter Blasmusik auch Titel aus den Bereichen Pop, Schlager und Musical, angereichert mit Gesang und Moderation. Um 11Uhr geht es los, wer will kann vor Ort Mittag essen.
„Auch musikalische Mitstreiter sind gerne willkommen“, unterstreicht Frank Barke. Neugierige könnten sich schon mal auf der Internetseite des Vereins (www.tollensetaler.de) informieren oder bei den wöchentlichen Proben Freitagabends in der Storchenbar. Momentan zähle der Klangkörper dank der guten Nachwuchsarbeit 16 Mitspieler.

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