Februar 5, 2012
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Anklam von Dietmar Pühler

Die spektakulärsten Funde werden präsentiert

35 Denkmalpfleger folgen dem Ruf des Landesamtes und erinnern sich in Usedom an das vergangene, aufregende Jahr. Der Fund von 140 Münzen ist für die Mitglieder ein Höhepunkt.

Armbrustbolzen aus der Wüstung Jargelin
Alfred Tunnat (li.) und Rainer Vanauer (re.) aus Menzlin präsentieren zwei Armbrustbolzen aus der Wüstung Jargelin. Dr. Michael Schirren freut sich über seine ehrenamtlichen Helfer.
Foto: Dietmar Pühler
Vorpommern (nk)  

Auf Einladung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege trafen sich am vergangenen Samstag 35 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger im Gasthaus Natzke in der Stadt Usedom. Der Archäologe und Dezernent in der Landesamtsdienststelle Stralsund, Michael Schirren, freute sich, dass so viele ehrenamtliche Mitarbeiter aus nahezu ganz Vorpommern trotz widriger Straßenverhältnisse den Weg auf die Insel gefunden hatten.

 

Das Detektor-Gehen beschert immer wieder spektakuläre Metallfunde

 

Schirren erinnerte sich noch gut an das letzte Treffen auf Usedom, das vor 17 Jahren in Koserow stattgefunden hat. „Seither ist viel passiert, ist viel Dynamik drin“, sagte er im Rückblick. Vor allem das Detektor-Gehen sei heute aus der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflege nicht mehr wegzudenken und beschere immer wieder spektakuläre Metallfunde wie im vergangenen Jahr die Bergung von 140 Münzen auf einem Maisacker bei Weltzin, rund 30 Kilometer westlich von Anklam.

 

Die Bergung dieses Münzschatzes im November 2011 sei nur möglich gewesen durch strenge Vertraulichkeit, da der ehrenamtliche Mitarbeiter Sebastian John bereits im zeitigen Frühjahr den Fund gemeldet hatte und die Vegetationsperiode auf dem Maisfeld abgewartet werden musste. Im November sei dann schließlich das Feld systematisch mit 20 Detektoren abgegangen worden mit dem genannten Erfolg.

 

20 Fundstellen zwischen Penkun und Altenkirchen

 

Michael Schirren stellte neben diesem bedeutenden Fund rund 20 Fundstellen zwischen Penkun und Altenkirchen auf Rügen vor, darunter auch Untersuchungen auf Usedom in Welzin (spätslawischer Fundkomplex), Morgenitz (kaiserzeitlichen Siedlung, 1./2. Jhd. n. Chr.) und Wilhelmshof (Kloster Grobe).

 

Besonderen Raum in den Ausführungen des Archäologen nahmen die Metallfunde in der Wüstung Jargelin bei Anklam ein. Das Dorf hatte in der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg aufgrund seiner Quelle, die heute noch sprudelt, eine herausragende Bedeutung für die Wasserversorgung von Anklam und Greifswald. Dort wurden aufschlussreiche Funde gemacht, die nun, so hofft Schirren, im Rahmen einer Magisterarbeit aufgearbeitet werden sollen.

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