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Diese dummen Diebe sind nicht zu retten

VonVeronika Müller

Stolpe ist ratlos. Dreiste Langfinger stehlen immer wieder den Rettungsring samt Leine am Peeneufer. Das kostet der Gemeinde nicht nur 100 Euro pro Ring, sondern im Ernstfall auch das Leben unschuldiger Kinder und Erwachsener.

Stolpe/Peene.„Es ist zum verrückt werden.“ Stolpes Bürgermeister Marcel Falk kann es nicht fassen, wie viele Menschen mit dem Leben anderer spielen. Jahr für Jahr verschwindet der Rettungsreifen aus dem Rettungkasten am Peeneufer. „Wer macht so etwas?“ Die Gemeinde Stolpe muss das Teil regelmäßig ersetzen. Rund 100 Euro blättert sie für jeden Rettungsring und Leine hin. „Das läppert sich.“
Die Summe mag für manch einen lächerlich gering klingen. Aber wenn sie mehrmals im Jahr fällig wird, dann macht das nicht nur den Bürgermeister wütend. Auch Fährmann Christian Hahn steht fassungslos vor dem leeren Gehäuse, in dem normalerweise der Ring und die Leine liegen. „Wenn mal jemand in die Peene fällt und ein Retter diesen Kasten ansteuert, erlebt der eine böse Überraschung“, sagt Hahn. Die Diebe machen sich offensichtlich überhaupt keine Gedanken darüber, wie viel Unglück sie durch ihre Klauerei verursachen können. „Spaziergänger könnten ausrutschen und ins Wasser fallen. Auch Angler sind viele hier. Und über die zahlreichen Kinder, die sommers wie winters an der Peene unterwegs sind, will ich gar nicht reden.“ Gerade im Winter, wenn der Fluss vereist ist, sei so ein Rettungsring oft die erste Hilfe. Die Menschen würden sich darauf verlassen, dass im Notfall Ring und Leine dort drin sind. „Und das sollen sie auch“, sagt Falk.
Verstehen kann er die Diebe nicht. „Sie sparen ein paar Euro, um den Rettungsring für ihr Boot zu bekommen. Aber das Geld fürs Boot haben sie ja schließlich auch.“ Falk und seine Leute wissen keine Lösung für das Problem. Das Gehäuse abschließen geht nicht. Jeder muss schließlich jederzeit rankommen. Wenigstens im Winter den Inhalt sicherstellen, ist ebenfalls keine Alternative. Denn wie gesagt, bei Eis und Schnee kann ebenfalls ein Notfall eintreten.
„Bleibt uns nur, an die Vernunft der Leute zu appellieren. Denn für eine arme Gemeinde wie unsere sind die vielen hundert Euro, die wir für Ersatz schon ausgeben mussten, am Ende ein dicker Batzen, mit dem wir besseres anfangen könnten.“ Hahn weist auf die Pflasterung des Kais hin. Hier muss dringend ein Fachmann ran. Und die Uferbank hat nicht nur einen neuen Farbanstrich nötig. Zahlreiche Farb- und Holzsplitter laden nicht gerade zum entspannten Sitzen ein. „Es ist immer was zu tun an der Uferanlage. Da zählt jeder Euro“, sagt Falk. Doch das Geld muss die Gemeinde in immer neue Rettungsringe stecken.

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