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Ducherower müssen weiter mit Lärm leben

Auf den Straßen in Ducherow ist ordentlich was los – sehr zum Ärger der Einwohner. [KT_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke
Auf den Straßen in Ducherow ist ordentlich was los – sehr zum Ärger der Einwohner. [KT_CREDIT] FOTO: Jörg Foetzke

vonJörg Foetzke

Nur noch mit Tempo 30 sollen Lkw zu Nachtzeiten durch die Ducherower Ortsdurchfahrt der B 109 fahren dürfen. Das wünschen sich die Einwohner. Einen so lautenden Antrag der Gemeinde hat der Kreis jedoch zunächst abgelehnt.

Ducherow.So manchen unruhigen Nachtschlaf hat der Autoverkehr auf der Ducherower Ortsdurchfahrt der B 109 den Anwohnern schon beschert: Vor allem, wenn Schwerlaster über die Straße brettern, finden viele nur schwer in das Land der Träume. „Da schreckt man schon automatisch hoch, wenn es draußen knallt und bullert. Das ist einfach kein Zustand“, macht ein Anwohner seinem Unmut Luft. Vor allem in den letzten drei Jahren sei die Sache immer mehr zum Ärgernis geworden, denn der Zustand der Straße sei mit der Zeit immer schlechter geworden. Und das verstärkt die Rollgeräusche der durchfahrenden Brummis noch.
Im Ducherower Gemeinderat ist das Problem mehrmals besprochen worden und Bürgermeister Karsten Nauman hat gehandelt: Anfang des Jahres beantragte er bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Tempo 30 für Lkw in den Nachtstunden. Doch die Antwort löst alles andere als Begeisterung bei den Ducherowern aus: Geschwindigkeitsabsenkungen auf Bundesstraßen könnten laut Straßenverkehrsordnung nur dann vorgenommen werden, wenn entweder ein deutliches Gefahrenpotenzial oder aber eine unzumutbare Lärmbelästigung nachgewiesen werden kann. Ansonsten dienten Bundesstraßen dazu, die Verkehrsströme zügig fließen zu lassen. „Geschwindigkeitsreduzierungen stellten daher absolute Ausnahmen dar“, ließ Kreis-Pressesprecher Achim Froitzheim wissen.
Der Landkreis habe den Ducherower Wunsch allerdings eingehend geprüft. Bereits vor zwei Jahren sei der Lärmpegel an der Ducherower Ortsdurchfahrt gemessen worden, allerdings mit dem Ergebnis, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte lediglich für ein Haus überschritten wurde. Da der Straßenabschnitt auch kein Unfallschwerpunkt ist, gibt es nach Straßenverkehrsordnung keine Handhabe, eine Temporeduzierung einzuführen. „Der Landkreis hat dennoch Verständnis für die Sorgen der Ducherower und wird das Anliege weiter prüfen“, verspricht Landkreis-Pressesprecher Achim Froitzheim. Zudem macht die Straßenverkehrsbehörde auf die bevorstehende Sanierung der Ortsdurchfahrt Ducherow aufmerksam, die voraussichtlich im September beginnen soll. Durch den neuen, glatten Asphalt sollten sich die Fahrgeräusche drastisch reduzieren.
Die Mitglieder des Ducherower Gemeinderates haben sich während ihrer letzten Sitzung mit dem negativen Bescheid aus dem Landratsamt nicht abgefunden: Ihren Vorschlag, gegen die abschlägigen Bescheid in Widerspruch zu gehen, nahm der Gemeinderat einstimmig an.

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