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Ein Dorf hat genug: Weg mit den Füchsen!

[KT_CREDIT]FOTOs: g. kords & dpa , montage: gildhorn
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VonJörg Foetzke&Gabriel Kords

Fuchs, du hast die Gans gestohlen: In Neuendorf A ist das gerade bittere Realität. Reineke sucht die Geflügelställe der Dörfler in aller Regelmäßigkeit heim. Und die Behörden wissen noch nicht so recht, ob Abhilfe möglich ist.

NeuendorfA.Nein, so schlimm war es mit dem Fuchs noch nie, berichtet Bernd Ostermann aus Neuendorf A. Kaum ein Tag vergeht, an dem Reineke nicht wieder irgendwo im Dorf vorbeigeschaut hat und dabei Hühner, Enten und Gänse mitgehen lässt. Schon zweimal beehrte er den Hühnerstall von Bernd Ostermann: „Vor einer Woche nahm er ein Huhn und den Hahn mit.“
Vergangenen Mittwoch hatte Reineke wieder Appetit auf frisches Geflügel und holte eine weitere Henne aus Ostermanns Stall. Der Mann ist nun vor allem sauer, weil er das Huhn gerade als Ersatz gekauft hatte. „Auch in der Nachbarschaft und bei einigen anderen hat er Enten, Hühner und Gänse geholt“, berichtet er. Manch einer will jetzt gar kein Federvieh mehr halten, wenn lediglich Reineke etwas davon hat. „Ersetzt bekommen wir es ja nicht“, sagt Ostermann. Zudem haben die Dörfler Angst, das der rotschwänzige Räuber bei seinen Beutezügen gewisse Spuren hinterlässt und sich arglose Kinder dann mit dem gefährlichen Fuchsbandwurm infizieren.
Die Menschen in Neuendorf A wissen nicht, was sie dagegen tun können. Denn die Füchse zu bejagen ist verboten, stellt Kreis-Sprecher Achim Froitzheim klar: „Füchse haben zwar keine Schonzeit, unterliegen aber in der Zeit der Jungenaufzucht der Elterntierregelung.“ Und die regelt, dass Elterntiere nicht geschossen werden dürfen, während sie Nachwuchs aufziehen. Die Konsequenz, so Froitzheim: „Von März bis Juli dürfen Altfüchse nicht geschossen werden, da sonst die Jungfüchse im Bau jämmerlich zugrunde gehen.“ Für die Neuendorfer mag schwer verständlich sein, warum ihr Geflügel zugrunde gehen darf, nicht aber die Füchse – doch so sei nun mal die Rechtslage, sagt Froitzheim.
Beim Ducherower Ordnungsamt, an das sich die Neuendorfer in ihrer Not ebenfalls gewandt haben, ist man allerdings der Meinung, es müsse nun etwas unternommen werden gegen die extreme Fuchs-Plage: „Wir haben bei der Jagdbehörde eine Sonderjagderlaubnis für den Fuchs in diesem Bereich gestellt“, sagt Ordnungsamts-Chef Hermann Heidschmidt. Ob‘s die aber wirklich gibt, muss die Jagdbehörde noch entscheiden. Dort geht der Antrag kommende Woche ein, denn das Ordnungsamt schickte ihn gestern ab.
Laut Kreis-Sprecher Froitzheim gäbe es auch noch eine Möglichkeit, die Welpen auf humane Weise zu erlegen: „Man könnte sie im Bau mit einer speziellen Jungfuchsfalle fangen. Die Welpen müssten danach tierschutzgerecht mit einer Kleinkaliberwaffe getötet werden. Erst danach dürfen die zum Bau gehörenden Altfüchse bejagt werden.“ Das Ganze sei also sehr aufwendig. Immerhin: Für die Altfüchse ständen bereits Jäger bereit, sagt das Ordnungsamt.

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