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Ein Feuerwehr-Buch gegen die eigene Krankheit

VonJörg Foetzke

Zu ihrem Jubiläum bekommen die Neetzower Feuerwehrleute ein eigenes Buch. Geschrieben und herausgebracht hat es eine Feuerwehrfrau.

Neetzow.Der 90. Geburtstag der Neetzower Feuerwehr hat auch einen literarischen Aspekt. Zum Festprogramm auf dem Sportplatz wird es nämlich eine Buchpremiere geben. 24 Seiten hat das Büchlein das unter dem Titel „Die Neetzower Feuerwehr und der Katzenjammer“ erscheint. Die Geschichte spielt an einem Wintertag zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein Kätzchen hat sich auf einen hohen Baum gewagt und traut sich nicht mehr herunter. Die Feuerwehr ist wie immer Retter in der Not, doch bis das Kätzchen in Sicherheit ist, passiert so einiges.
Die Geschichte hat Karola Dülge nach einer wahren Begebenheit aufgeschrieben. Eigentlich kein Wunder, denn Ehemann Ingo ist Chef der Neetzower Feuerwehr. Weil die Feuerwehr im Dorf nun mal eine große Familie ist, werden die Feuerwehrfrauen fast automatisch in den Dienst integriert und sind sozusagen jederzeit dicht an der Spritze. Zu ihrem Jubiläum wollte Karola Dülge ihren Feuerwehrmännern ein spezielles Geschenk machen. Für die Illustrationen sorgte Ellen Breitsprecher aus Steinmocker. Gedruckt wurde das Büchlein dann erst einmal in einer Auflage von 300 Exemplaren, die Karola Dülge im Selbstverlag herausgibt. Doch damit nicht genug. Während des Feuerwehrfestes will die Neetzowerin zwei weitere Bücher präsentieren. „Neetzower Glühwürmchen machen den Wald unsicher“, ist ein Büchlein für Kinder. „Zu keinem ein Wort“ lautet der Titel eines Jugendromans.
Der literarische Aktionismus der Neetzowerin ist verständlich. Denn für sie bedeutet es eine Aufgabe, die sie mit ganzer Kraft auszufüllen vermag. Denn einem Beruf kann Karola Dülge nicht mehr nachgehen. Seit Jahre leidet sie an einer besonders aggressiven Form von Rheumatismus. Jede körperliche Tätigkeit wird zum Kraftakt. Vor drei Jahren hat die gelernte Sekretärin dann das Schreiben für sich entdeckt. Die ersten unbeholfenen Versuche landeten im Papierkorb, doch Karola Dülge hat stetig an ihrem Schreibstil gefeilt. So wird ihre Feuerwehrgeschichte vielen Neetzowern Freude bereiten.
Die jetzt vorliegenden Bücher sollen nicht die letzten von Karola Dülge sein. „Schreiben macht mir einfach Spaß“, sagt sie. Und ganz sicher ist es auch ein Stück erfolgreiche Selbstbehauptung gegen eine schreckliche Krankheit.

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