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Eine Milliardärin und ihr Schraubenzieher

Susanne Klatten schraubte in der Südstadt eine Förderplakette an und trug sich in Anklams Ehrenbuch ein. [KT_CREDIT] FOTOs: privat (l), G. Kords
Susanne Klatten schraubte in der Südstadt eine Förderplakette an und trug sich in Anklams Ehrenbuch ein. [KT_CREDIT] FOTOs: privat (l), G. Kords

Der hohe Besuch von Susanne Klatten, die als reichste Frau Deutschlands gilt, wurde absichtlich erst wenige Stunden vor ihrer Ankunft öffentlich gemacht worden. Und das auch nur zum Teil: Erst fuhr die 51-jährige Milliardärin in die Südstadt, wo sie sich zwar nicht nur von Bürgermeister Michael Galander, sondern auch von WGA-Chef Karl-Dieter Lehrkamp das Stadtviertel erklären ließ – ganz diskret, ohne Presse.
Was Klatten da wollte? Sie ist nicht nur Unternehmerin, hält mit ihrer Beteiligungsfirma unter anderem 11,5 Prozent am BMW-Konzern, sondern sie ist auch Stiftungsratsvorsitzende der Herbert-Quandt-Stiftung, die sich mit Gewinnen aus einem Teil des Familienvermögens wohltätig engagiert. Und das seit einigen Monaten auch in Anklam. In der Südstadt finanziert die Stiftung das Projekt „Stadtteilarbeit Südstadt“, das dort neue Impulse zu bürgerlichem Engagement und Eigenverantwortung setzen will (Nordkurier berichtete).
Für die Anklamer gab‘s dann auch herzliche Worte: „Wir sind hier am richtigen Ort“, sagte Klatten, denn die Stiftung wolle dort sein, „wo Menschen Unterstützung für ihren Gestaltungswillen brauchen.“ Den bewies auch Michael Galander, der extra für Klatten seinen Urlaub unterbrach. „Es war wohl die kürzeste Stadtführung, die ich je gemacht habe“, sagte er beim Kaffeetrinken im Rathaus. Auf Klattens Wunsch wurde aber die Nikolaikirche extra noch mit ins Programm genommen, danach ging‘s weiter nach Greifswald.
Stadt-Mitarbeiterin Beatrix Wittmann-Stift war sichtlich beeindruckt von der Besucherin und schwärmte, Klatten sei „ganz natürlich“ aufgetreten und habe „keinerlei Berührungsängste“ gehabt. Die zeigte Klatten auch im Rathaus nicht, wo sie sich ins Ehrenbuch der Stadt eintrug. Dort steht ihr Name nun neben der Schwedischen Königin, der amerikanischen Generalkonsulin Inmi Patersson und etlichen lokalen Honoratioren.

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