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Einsame Politesse zwackt jetzt mehr ab

Dieser Autofahrer parkt gerade noch richtig. Sonst hätte es teuer werden können, sogar teurer als noch im März. [KT_CREDIT] FOTO: A. Rau
Dieser Autofahrer parkt gerade noch richtig. Sonst hätte es teuer werden können, sogar teurer als noch im März. [KT_CREDIT] FOTO: A. Rau

Seit dieser Woche gilt der neue Bußgeldkatalog und Anklam macht sofort ernst: Das Parken ohne Parkschein kostet ab sofort mindestens zehn Euro, 20 Euro werden für Fahren ohne Licht bei Dunkelheit fällig, fürs Parken in Fußgängerbereichen gibt es nun 25 Euro. Der Sachgebietsleiter der Abteilung Öffentliche Ordnung, Wilfried Hornburg, bestätigt: „Es gibt auch keine Übergangsfrist. Die neuen Regelungen gelten seit 1. April, also wird ab sofort entsprechend vollstreckt.“
Allerdings gebe es noch keine Erfahrungswerte, wie sich die Verkehrsteilnehmer nun verhalten. Im Rathaus wurden auch keine Hochrechnungen betrieben, mit wie viel Mehreinnahmen durch die Erhöhungen man rechnen könne. „Es steht auch keine bestimmte Summe dafür im Haushaltsplan. Wir wissen ja nicht, wie oft Leute erwischt werden“, erklärt er. Mehreinahmen bereits einzuplanen, findet er daher unsinnig: „Als ob wir für die Feier zum Stadtjubiläum dann mehr Geld zur Verfügung hätten“, sagt er lachend.
Vermehrte Kontrollen beim ruhenden Verkehr sowie auf Radwegen sind in Anklam derzeit nicht geplant. Das sei aufgrund der personellen Lage auch kaum möglich: „Wir haben nur eine Mitarbeiterin im Außendienst, wir werden also wie bisher kontrollieren.“ Dann schiebt er hinterher: „Das soll aber keine Entwarnung sein!“
Hornburg sieht die Erhöhungen sowieso gelassen: „Die Bußgelder sind ja dazu da, Leute abzuschrecken und nicht, damit wir viel Geld einnehmen. Vielleicht schmerzen die neuen Tarife ja so sehr, dass sich die Leute jetzt eher an die Regelungen halten.“
Doch nicht nur auf höhere Bußgelder, auch auf neue Straßenschilder müssen sich die Verkehrsteilnehmer einstellen. Allerdings zunächst nicht in Anklam, denn hier ist noch nicht geplant, ob und wann neue Schilder aufgestellt werden. Das Zeichen „Inline-Skater zugelassen“ wird „nicht heute oder morgen im Straßenbild zu sehen sein“, so Hornburg. „Bei der letzten Sitzung unserer Arbeitsgruppe Verkehrssicherheit sind diese Schilder noch nicht thematisiert worden“, sagt er.

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