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Festtafel oder andere Ideen: Meldet Euch!

Statt viel Geld für das Stadtjubiläum auszugeben, sollte lieber für die Sanierung der Stadtmauer gespart werden, meint Gerlinde Ladwig von der Initiative „Bitte lächeln altes Haus.“ [KT_CREDIT] FOTO: Archiv
Statt viel Geld für das Stadtjubiläum auszugeben, sollte lieber für die Sanierung der Stadtmauer gespart werden, meint Gerlinde Ladwig von der Initiative „Bitte lächeln altes Haus.“ [KT_CREDIT] FOTO: Archiv

VonClaudia Müller

Im Festkomitee für die 750-Jahr-Feier hofft man, dass sich nach der Initiative „Bitte lächeln altes Haus“ noch viele andere Vereine und Bürger mit Vorschlägen melden. Aber die ganz
große Sparvariante soll das Jubiläum auch nicht werden.
Anklam.„Eine tolle Idee!“
Gerlinde Ladwig hat mit ihrem Vorschlag, das Anklamer Stadtjubiläum mit Einwohnern und Gästen an einer riesenlangen Tafel zu feiern und die Stadtgeschichte überall lebendig werden zu lassen, offensichtlich den richtigen Nerv getroffen. Im Ensemble der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, die selbst für ihre spitzigen Kultur-Ideen bekannt ist, kamen die Pläne für eine Festtafel zwischen Neuem Markt und Stadtmauer sehr gut an. Und auch Mitglieder des Festkomitees für die 750-Jahr-Feier im kommenden Jahr zeigten sich angetan. Aber es hat sich auch einer als Partymuffel entpuppt, von dem man das eigentlich nicht erwartet hätte: Bürgermeister Michael Galander (IfA), der für andere Festivitäten wie dem Landeserntedankfest in der Vergangenheit viel Einsatz zeigte, ließ auf Anfrage des Nordkurier ausrichten, dass er sich zu den Jubiläumsideen von Gerlinde Ladwig und der Initiative „Bitte lächeln altes Haus“ vorerst nicht äußern möchte. Vielleicht, weil diese Ideen noch nicht Thema im Festkomitee waren?
Bei Christian Schröder (IfA), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtmarketing, Bildung und Soziales und Mitglied im Komitee, fand die
Tafel-Idee hingegen Anklang. Er hoffe, dass viele Anklamer Gerlinde Ladwig und die Initiative bei der Umsetzung unterstützen oder auch eigene Ideen einbringen, sagte er. Denn natürlich wolle man möglichst viele Bürger, Vereine und Gewerbetreibende beim Jubiläumsfest einbinden. Schröder rief die Einwohner daher erneut dazu auf, sich mit ihren Ideen beim Festkomitee oder in der Verwaltung zu melden. Auch Steffen Göritz, der für die CDU im Festkomitee sitzt, sowie Monika Zeretzke, die Fraktionsvorsitzende der Linken in der Stadtvertretung halten die lange Tafel für eine gute Idee, über die man in der Arbeitsgruppe fürs Jubiläum sprechen sollte.

Ganz ohne Geld und
Zugpferde geht es nicht
Anders als Gerlinde Ladwig meinen die Kommunalpolitiker aber auch, dass das Fest nicht ausschließlich in Eigenregie und mit eigenen Kräften gestaltet werden kann. Ganz ohne Geld aus dem Festbudget werde sich das Stadtjubiläum wohl kaum organisieren lassen, meinte Christian Schröder. Und allein mit ehrenamtlichem Engagement auch nicht, auch wenn man natürlich Vereine und Bürger mit im Boot haben wolle, sagte Monika Zeretzke. Doch zu so einem Ereignis wolle man auch Gäste aus anderen Regionen in die Hansestadt locken. Und dazu müsse man ein Programm mit gewissen Zugpferden bieten und das koste Geld. Insofern plädierte sie dafür, professionelle Angebote und ehrenamtliche Aktionen zu verknüpfen.
Steffen Göritz zeigte sich indes zurückhaltend, was die Verwendung von Jubiläumsgeldern für andere Zwecke angeht. Gerlinde Ladwig hatte angeregt, mit eigenen Aktionen einen Teil des Budgets von 155 000 Euro einzusparen und damit ein Stück der historischen Stadtmauer zu sanieren. Angesichts des Defizits im Anklamer Haushalt und steigender Ausgaben für die Kreisumlage, sei es aber problematisch, sich derart festzulegen, meinte Göritz.

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