
| Gründung der Nordkirche |
von Katja Müller
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.„Wir treten keiner Kirche bei, sondern wir treten gemeinsam in eine neue.“ Und das tat Pastor und Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer schon vor dem offiziellen Termin. Denn am Wochenende feierte er mit dem Pastor und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen sowie dem Organisten und Liturgen Carsten Großeholz eine Fusion auf Probe. Und das mit Erfolg. Denn immerhin mehr als 50 Gäste lauschten der Predigt auf Zuruf, darunter auch Großeholzens Lebensgefährtin Bascha Mika, ehemalige taz-Chefredakteurin.
Die Nordkirche zählt nach ihrer Fusion nun 2,3 Millionen Mitglieder. Das Fusionsgebiet reicht von Usedom bis nach Flensburg. Ein großer Bereich. Doch die drei sind sich einig: Das ist zu schaffen. „Es war uns wichtig, im Dialog zu predigen, nicht nur um die Gemeinde direkt anzusprechen, sondern auch um den Dialog zu beginnen, der jetzt vor uns liegt“, erklärte Andreas Schorlemmer die eher ungewöhnliche Art der Gottesdienstgestaltung.
„Das ist wie vom Himmel gefallen“
Gemeinsam haben die drei Theologen in Vorfreude auf die kommenden Fusion diesen Gottesdienst gefeiert, was auch deutlich zu merken war. Jörn Thießen konnte gar nicht aufhören zu schwärmen. Er sah die Groß Kiesower Kirche und das Drumherum als Geschenk des Himmels. „Das ist wie vom Himmel gefallen“, beschrieb er die ersten Eindrücke der neuen Kircheteile. Und auch in dieser Weise haben die drei Theologen das vergangenen Wochenende im Groß Kiesower Pfarrhaus verbracht. „Leben, wie vom Himmel gefallen“, sucht Schorlemmer nach passenden Worten.
Seine Predigt begann er mit den Worten: „Ich sehe was, was du nicht siehst. „Aber dabei ging es keineswegs um Vorteile, sondern vielmehr um das Hinweisen. Wir gestalten jetzt eine neue große Kirche. Jeder bringt etwas mit, trägt dazu bei und lernt aber auch dazu“, war die klare Botschaft an die Gemeinde, sich vorurteilsfrei auf das große Neue einzulassen. Denn auch aus vielen, kleinen, guten Teilen lasse sich ein schönes Neues schaffen.
Kleine Schritte auf dem Weg zur gelebten Nordkirche
Es wird sicher auch nicht der letzte Besuch der Hamburger und Berliner Theologen im schorlemmer‘schen Pfarrhaus gewesen sein. Denn es sind erst die ersten kleinen Schritte auf dem Weg zur gelebten Nordkirche. Am kommenden Wochenende wird in der Region an zahlreichen Orten das offizielle Fusionsfest der Kirchen gefeiert.
Höhepunkt ist jedoch die Gründungsfeier am 27. Mai. Im Ratzeburger Dom soll am Pfingstsonntag der Grundstein für die Gründung der neuen Nord-Kirche gelegt werden. 1069 Gemeinden werden der neuen Kirche, die aus der Nordelbischen, der Mecklenburgischen und der Pommerschen Landeskirche gegründet werden soll, dann angehören.
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