Di. 22. Mai 2012
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Gründung der Nordkirche von Katja Müller

Feuertaufe mit Predigt auf Zuruf

Am Pfingstsonntag feiert die Nordkirche offiziell ihren ersten Geburtstag mit einem Festgottesdienst im Ratzeburger Dom. Eine kleine Probe hat das Projekt bereits gemeistert. Am Wochenende feierten Vertreter von Nordelbien und der hiesigen Landeskirchen in Groß Kiesow gemeinsam Gottesdienst.

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gemacht. Die Pastoren Andreas Schorlemmer und Jörg Thießen (r.) feierten am Wochenende einen gemeinsamen „Nordkirchen“- Gottesdienst. [KT_CREDIT][/KT_CREDIT][KT_CREDIT] FOTO:ZZV
Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gemacht. Die Pastoren Andreas Schorlemmer und Jörg Thießen (r.) feierten am Wochenende einen gemeinsamen „Nordkirchen“- Gottesdienst. [KT_CREDIT][/KT_CREDIT][KT_CREDIT] FOTO:ZZV
Gross Kiesow (kamü)  

.„Wir treten keiner Kirche bei, sondern wir treten gemeinsam in eine neue.“ Und das tat Pastor und Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer schon vor dem offiziellen Termin. Denn am Wochenende feierte er mit dem Pastor und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen sowie dem Organisten und Liturgen Carsten Großeholz eine Fusion auf Probe. Und das mit Erfolg. Denn immerhin mehr als 50 Gäste lauschten der Predigt auf Zuruf, darunter auch Großeholzens Lebensgefährtin Bascha Mika, ehemalige taz-Chefredakteurin.

Die Nordkirche zählt nach ihrer Fusion nun 2,3 Millionen Mitglieder. Das Fusionsgebiet reicht von Usedom bis nach Flensburg. Ein großer Bereich. Doch die drei sind sich einig: Das ist zu schaffen. „Es war uns wichtig, im Dialog zu predigen, nicht nur um die Gemeinde direkt anzusprechen, sondern auch um den Dialog zu beginnen, der jetzt vor uns liegt“, erklärte Andreas Schorlemmer die eher ungewöhnliche Art der Gottesdienstgestaltung.

„Das ist wie vom Himmel gefallen“

Gemeinsam haben die drei Theologen in Vorfreude auf die kommenden Fusion diesen Gottesdienst gefeiert, was auch deutlich zu merken war. Jörn Thießen konnte gar nicht aufhören zu schwärmen. Er sah die Groß Kiesower Kirche und das Drumherum als Geschenk des Himmels. „Das ist wie vom Himmel gefallen“, beschrieb er die ersten Eindrücke der neuen Kircheteile. Und auch in dieser Weise haben die drei Theologen das vergangenen Wochenende im Groß Kiesower Pfarrhaus verbracht. „Leben, wie vom Himmel gefallen“, sucht Schorlemmer nach passenden Worten.

Seine Predigt begann er mit den Worten: „Ich sehe was, was du nicht siehst. „Aber dabei ging es keineswegs um Vorteile, sondern vielmehr um das Hinweisen. Wir gestalten jetzt eine neue große Kirche. Jeder bringt etwas mit, trägt dazu bei und lernt aber auch dazu“, war die klare Botschaft an die Gemeinde, sich vorurteilsfrei auf das große Neue einzulassen. Denn auch aus vielen, kleinen, guten Teilen lasse sich ein schönes Neues schaffen.

Kleine Schritte auf dem Weg zur gelebten Nordkirche

Es wird sicher auch nicht der letzte Besuch der Hamburger und Berliner Theologen im schorlemmer‘schen Pfarrhaus gewesen sein. Denn es sind erst die ersten kleinen Schritte auf dem Weg zur gelebten Nordkirche. Am kommenden Wochenende wird in der Region an zahlreichen Orten das offizielle Fusionsfest der Kirchen gefeiert.

Höhepunkt ist jedoch die Gründungsfeier am 27. Mai. Im Ratzeburger Dom soll am Pfingstsonntag der Grundstein für die Gründung der neuen Nord-Kirche gelegt werden. 1069 Gemeinden werden der neuen Kirche, die aus der Nordelbischen, der Mecklenburgischen und der Pommerschen Landeskirche gegründet werden soll, dann angehören.

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