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Gefahr im Verzug? Risse an Turnhalle

.Die Hoffnung, dass alles nicht noch schlimmer kommt, hat sich zerschlagen: „Die Risse sind größer geworden“, verdeutlichte Bürgermeister Hans-Peter Littmann jetzt seiner Gemeindevertretung. Und nun warten er und die Abgeordneten gespannt auf Anfang nächster Woche. Dann soll die Einschätzung eines Statikers und zweier Gutachter vorliegen, wie schlecht genau es mit der Turnhalle neben der Grundschule am Flugplatz aussieht. Grund für diese Untersuchung ist allerdings nicht der schon einmal grundlegend sanierte Sportsaal, sondern dessen Anbau mit Sanitär- und Umkleideräumen.
Beides hatte in den 1980er-Jahren die Sowjetarmee hochziehen lassen, ebenso wie die Schule und die umliegenden Plattenbauten. Schließlich betrieb sie in Tutow einen großen Flugplatz. Nach dem Abzug der Militärs übernahm die Kommune ab 1995 nach und nach die Gebäude der Wohnsiedlung, aus heutiger Sicht eine alles andere als glückliche Entscheidung. „Der Anbau ist damals wahrscheinlich einfach nur rangeklatscht worden“, meint Littmann, von Wertarbeit könne keine Rede sein.
Denn zwischen Sozialtrakt und Halle tun sich nun Risse auf, Fußböden wellen sich, in der Mädchentoilette kommen Fliesen hoch, von unten steigt Feuchtigkeit auf. „Teilweise wissen wir schon, was los ist. Zum Beispiel, dass auf der einen Seite fast ein Meter Fundament fehlt.“ Um eine genaue Bestands- und Schadenanalyse zu erhalten, müsse aber in einem Raum der Fußboden aufgemacht werden, kommen besagte Bauspezialisten.
Bereits jetzt scheint klar, dass es mit ein paar Reparaturen oder kleinen Ausbesserungen nicht getan sein dürfte: „Wir werden richtig Geld in die Hand nehmen müssen, um das in Ordnung zu bringen“, weiß der Bürgermeister. Und befürchtet, dass die Kommune nicht um eine aufwändige Neugründung herumkommt, will sie die Nutzung wie bisher aufrecht erhalten.
Vorsichtshalber seien schon 60 000 Euro im Etat 2013 reserviert, allerdings nur als Eigenmittel für die Kofinanzierung. Mehr könne sich Tutow derzeit nicht leisten, auch wenn das kaum ausreichen dürfte. Daher erhoffe er sich Geld aus einem Förderprogramm für den Erhalt von Sportstätten. Möglich sei so ein Antrag jedoch erst, wenn die Gutachter gesprochen hätten.
„Die Turnhalle ist erstmal nicht betroffen“, stellt der Gemeindechef klar. Es bestehe also momentan keine Gefahr, dass die Schule ihren Sportunterricht oder Vereine ihre Trainingsstunden dort ausfallen lassen müssten. Wobei zudem ja gerade die Freiluftsaison begonnen hat.

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