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Gefürchtete Polder-Flutung am Schanzenberg ist vorerst vom Tisch

VonClaudia Müller

... aber Anklam fordert
einen höheren Deich an
der Grenze zu Bargischow.
Denn dort ist die Wiedervernässung von Flächen weiterhin aktuell.

Anklam.Das Vorhaben hatte in Anklam lange Zeit für Unruhe gesorgt, doch die Flutung des Polders Schanzenberg ist inzwischen vom Tisch. Das Planfeststellungsverfahren für die Wiedervernässung von Flächen an der Peene ist eingestellt worden, berichtete Bauamtstleiterin Sylvia Thurow beim kommunalpolitischen Bürgerabend für den Bereich Gneveziner Damm/Schanzenberg. Denn nachdem sich im Industriegebiet Lubmin die Pläne für den Neubau von Kraftwerken geändert haben, sei die Renaturierung des Polders Schanzenberg als Ausgleichsmaßnahme nicht mehr erforderlich. Die Einwohner rund um den Gneveziner Damm, die befürchtet hatten, dass die Flutung ihre Keller unter Wasser setzt, können demnach erst einmal aufatmen. Ob eine Wiedervernässung des Polders irgendwann doch wieder aktuell wird, könne die Stadtverwaltung aber natürlich nicht abschätzen, sagte Sylvia Thurow.
Doch auch wenn der Polder Schanzenberg jetzt zunächst aus dem Spiel ist, die Flutung des Teilpolders Gnevezin/Bargischow in der Nachbargemeinde steht nach wie vor an – gerade hat sich die Gemeinde Bargischow entschieden, einen Kompromiss anzunehmen, nach dem die Flächen bodennah vernässt werden sollen. Damit das Wasser kontrolliert werden kann, soll laut dem Vergleich mit der Landgesellschaft außerdem ein Schöpfwerk in Betrieb bleiben (wir berichteten).
Die Stadt Anklam hat im Planfeststellungsverfahren für den Nachbar-Polder indes auch mehr Sicherheit für ihr Territorium gefordert. Zwischen dem Stadtgebiet und der Gemeinde Bargischow verläuft ein Grenzgraben, der auf der Schanzenberg-Seite durch einen Deich ergänzt wird, erklärte Sylvia Thurow. Und dieser Deich soll auf 1,45Meter erhöht und verstärkt werden, lautete die Forderung der Stadt. „Das wurde uns auch zugesagt“, erklärte die Bauamtsleitern.

Plattenweg soll bald
asphaltiert werden
Unterdessen soll noch in diesem Jahr die Verbindung zwischen Anklam und Bargischow verbessert werden. Bürgermeister Michael Galander kündigte an, dass der ländliche Weg am Schanzenberg – derzeit ein Plattenweg – ausgebaut und asphaltiert werden soll. Für die Strecke von 3,7 Kilometern bis zur Gemeindegrenze werden voraussichtlich Kosten von einer Million Euro fällig. Die Stadt hat für das Projekt bereits Fördermittelanträge gestellt und Bürgermeister Michael Galander hofft, dass die Zuschüsse so ausfallen, das die Stadt keine eigenen Gelder einsetzen muss.

Seesportclub sorgt sich
um sein Gelände
Beim Bürgerabend wurde übrigens auch vereinbart, dass sich der Bauausschuss der Stadt mit der Frage befasst, wie das Gelände des Seesportclubs am Schanzenberg langfristig für den Verein gesichert werden kann. Denn die Mitglieder haben Sorge, dass das Areal, das Bundesgesellschaften wie der BVVG gehört, eines Tages zum Verkauf ausgeschrieben wird. Denn aus eigener Kraft könne der Club das Gelände nicht erwerben, hieß es.

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