Nordkurier.de

Große Wildschweinerei? Kritik an Polizei nach Unfall

Am Ende rückte ein Radlader an, um die vielen Kadaver von der L 35 wegzuholen.
Am Ende rückte ein Radlader an, um die vielen Kadaver von der L 35 wegzuholen.

„Dass ein Pkw das überstanden hat, ist ein Wunder“, meint Mathias Wagner vom Ordnungsamt Jarmen. Denn als in der Nacht zu Mittwoch auf der L35 zwischen Jarmen und Völschow plötzlich eine große Wildschweinrotte die Äcker wechselte, „erwischte“ eine Frau mit ihrem Auto mindestens acht der Schwarzkittel: fünf Frischlinge, zwei Bachen, einen Keiler. Doch dieses Ausmaß habe sich erst am nächsten Vormittag offenbart, als er auf den Anruf eines Jägers vom benachbarten Revier hin nach dem Rechten sah. Genau dort, wo der Zaun des Fliesencenters anfängt, stieß er dann auf die ganze „Wildschweinerei“.

Bei dieser Menge Tiere wäre es angebracht gewesen, auch das Ordnungsamt zu informieren, meint der Rathaus-Mitarbeiter, selbst ein Waidmann. Denn die örtliche Verwaltung wisse eben genau, welcher Pächter wo zuständig ist. Zudem wurmt ihn, dass die Beamten anscheinend nicht groß weiter nach betroffenen Tieren suchten. Denn während die Mutter der Frischlinge offenbar entkam, lagen nur ein paar Meter weiter zwei hochtragende Bachen. Und niemand weiß, ob die oder der Keiler sich bis zu ihrem Ende quälen mussten. „Die kann man gar nicht übersehen, wenn man mal ein bisschen weiter geht.“ Auch das Licht einer Taschenlampe hätte da gereicht, so seine Auffassung.

Ortrun Schwarz indes, Sprecherin der hier zuständigen Polizeiinspektion Anklam, nimmt ihre Kollegen ausdrücklich in Schutz. Die hätten den Unfall ordnungsgemäß aufgenommen und nach der Schilderung der Unfallfahrerin eben in der Nähe auch fünf Frischlinge und eine Bache tot endeckt. Dass dies gar nicht das Muttertier ist, ist für Laien schwer festzustellen. Und mehr bewegte sich eben in der dunklen Umgebung nicht. „Im Hellen sieht das immer alles etwas anders aus.“

In der Folge informierten die Beamten die Leitstelle von dem Wildunfall, für alles weitere in Zusammenhang mit den Kadavern seien dann die Dispatcher dort zuständig, verdeutlicht Sprecherin Schwarz. „Damit ist das für uns erledigt.“

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×