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Grundschule bleibt in Innenstadt

VonVeronika Müller

Ende gut, alles gut:
Nach einer erneut hitzigen Redeschlacht, scheint es so, als sei der Streit um den Grundschulneubau in der Anklamer Innenstadt
ad acta gelegt.

Anklam.„Ein Standort in der Südstadt. Das wäre notwendig, um optimal unterrichten zu können.“ – Die Grundschul-Leiterin der „Villa Kunterbunt“, Manuela Bölk setzt noch einmal alles auf eine Karte. Seit Wochen kämpft sie gegen die städtischen Pläne, in der Anklamer Innenstadt den Grundschul-Standort zu erhalten. Hintergrund ist die geplante und per Stadtvertreterbeschluss besiegelte Schließung der Cothenius-Grundschule – eine Außenstelle der „Villa Kunterbunt“. Dafür soll nahe der Käthe-Kollwitz-Schule ein Ersatzneubau entstehen.
Doch die Schulleiterin, Lehrer, Elternvertreter und Eltern wollten den Satz „Kurze Wege für kurze Beine“, der für das Veto der Politiker für den Erhalt wenigstens einer staatlichen Grundschule in der Innenstadt mitentscheidend war, nicht so recht gelten lassen. Immer wieder argumentierten sie mit zusätzlichen Belastungen für Lehrer und Kinder gleichermaßen, mit höheren Kosten, weil alles doppelt angeschafft werden müsse und nicht zuletzt auch mit außerschulischen Angeboten, die oft von Vereinen und Verbänden organisiert werden. „Das funktioniert an einem Standort einfach reibungsloser“, appellierte die Schulleiterin im Bildungsausschuss eindringlich dafür, die bereits gefasste Entscheidung erneut auf den Prüfstand zu stellen.
Doch damit hatte sie keinen Erfolg. Die Abgeordneten machten klar, dass sie nach wie vor der Meinung sind, dass eine Außenstelle der „Villa Kunterbunt“ in der Innenstadt unerlässlich sei. Sie votierten dafür, einen Schlussstrich unter die Debatte um den Standort zu ziehen, auch wenn sie anerkannten, wie engagiert die Schulleiterin und ihre Mitstreiter um ihre Interessen kämpfen. Auch Verständnis für ihre Argumentation gab es.
Doch nun sollten Kraft und Energie in die Ausgestaltung der Baupläne für den Neubau gesteckt werden. Dazu sei es notwendig, zu prüfen, wie viel Platz die Kinder hier wirklich brauchen. Zukunftssicher und zeitgemäß soll die neue Schule sein. „Dazu müssen wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen, Argumente austauschen, mögliche Varianten ausloten“, schlugen Rathausmitarbeiterin Beatrix Wittmann-Stifft und Ausschuss-Chef Christian Schröder der engagierten Schulleiterin vor. Diese nahm das Angebot an.

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