
| Justiz |
von Redaktion
|
In Relzow bei Anklam soll auf dem ehemaligen NVA-Gelände das weltgrößte Forschungszentrum hybrider und alternativer Energien ans Netz gehen. Doch so ganz ist der Plan der Investor-Firma Fleckenstein noch nicht aufgegangen. Denn bereits seit dem März des vergangenen Jahres ermitteln Staatsanwaltschaft und Umweltbehörden. Anlass dafür sind Unregelmäßigkeiten bei der Asbest-Entsorgung. Rund 80000 Quadratmeter asbesthaltiger Welleternit wurden demnach auf dem ehemaligen Armeegelände unsachgemäß entsorgt.
Die Platten wurden von den Arbeitern mit Hämmern auf den Dächern der großen Hallen kaputt geschlagen, ein anderer Trupp hatte unten die Einzelteile dann anschließend zusammenfegt. Für Dutzende Arbeiter habe es keine Schutzkleidung gegeben, nicht einmal Atemschutzmasken. Zudem mussten die Arbeiter vom Abrissunternehmen ohne Sicherheitsvorkehrungen an den bis zu acht Meter hohen Hallen arbeiten. Einen Teil des Asbestabbruchs mussten die Arbeiter auf dem Gelände verbuddeln. Auch chemische Reinigungsmittel aus alten NVA-Zeiten wurden unter den Sandbergen auf dem Gelände verklappt.
Die Bau-Berufsgenossenschaft Stralsund zog für das Großprojekt die Notbremse und verhängte zwischenzeitlich Baustopps. Später fanden Mitarbeiter von der Kriminalpolizei und dem Kreis-Umweltamt auf einer rund fünf Hektar großen Fläche Asbest-Schutt und anderen Müll im Boden. Bis zu drei Meter tief ist er dort verscharrt worden.
Nun ist alles aus dem Boden geholt worden und auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stralsund neigen sich langsam dem Ende zu.
„Die Akten kommen jetzt von der Kriminalpolizei zu uns zurück und dann werden sie geprüft“, erklärt Staatsanwaltschaftssprecher Ralf Lechte die weiteren Schritte. Alle Zeugen seien mittlerweile gehört worden. Doch der hauptbeschuldigte Abrissunternehmer will weiterhin nichts sagen. „In zwei Monaten dürfte dann alles klar sein und ein Verfahrenstermin feststehen“, sagte der Staatsanwaltschaftssprecher zuversichtlich.
|
|