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Hier fällt der Morgen ins Wasser

Genügend Platz für die morgendliche Runde im Wasser: Die Frühschwimmer haben jeweils eine Bahn für sich.  FOTOs: Denny Kleindienst
Genügend Platz für die morgendliche Runde im Wasser: Die Frühschwimmer haben jeweils eine Bahn für sich. FOTOs: Denny Kleindienst

Vorpommern schläft nicht! Rund um die Uhr sind die Menschen auf den Beinen – und wir bleiben 24 Stunden wach, um sie für jeweils eine Stunde zu begleiten.
Von fünf bis sechs Uhr hat unser RedaktionsmitgliedDenny Kleindienst die Frühaufsteher unter den Schwimmern in der Anklamer Schwimmhalle besucht.

Anklam.Einige Besucher können es gar nicht erwarten. Zu dritt stehen sie an diesem Morgen um 5.20 Uhr vor der Schwimmhalle der Anklamer Peenerobben – bis zum Beginn des Frühschwimmens sind es noch zehn Minuten. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag gibt es die Möglichkeit, in aller Herrgottsfrühe die ersten Bahnen zu schwimmen. Dreimal in der Woche kommt auch eine der Besucherinnen, die nun mit den anderen vor der Eingangstür steht. Die Frühschwimmer kennen sich. Es sind stets die gleichen, die das Angebot nutzen. Bademeister Lutz Berlin hat Erbarmen und öffnet die Eingangstür schon etwas früher. Er trägt Badehose und T-Shirt, und man friert noch ein bisschen mehr, wenn man ihn so sieht, während man selbst in dicker Jacke und Mütze steckt. Dabei ist es in der Schwimmhalle wärmer als erwartet: 28 Grad Luft- und Wassertemperatur zeigt eine schwarze Tafel an der Wand an. „Die Anklamer sind etwas verwöhnt, sie wollen höhere Temperaturen“, so der Bademeister.
Während die ersten Gäste in die Umkleideräume verschwinden, macht sich Lutz Berlin einen Kaffee, schnappt sich den Vorpommern Kurier und setzt sich in Badehose neben das große Schwimmbecken. Und wie er da sitzt, wirkt es wie ein Frühstück am Pool. Die morgendliche Schwimmaufsicht macht Lutz Berlin ehrenamtlich, danach geht er arbeiten. Es ist ein angenehmer Start in Tag, wenn man es erst mal geschafft hat, aufzustehen und dorthin zu kommen. All zu viel zu beobachten gibt es für den Bademeister nämlich nicht. Die Zahl der Gäste ist überschaubar, sechs Schwimmer ziehen bis sechs Uhr ihre Bahnen im Becken. „Drei Stammgäste fehlen. Ein älteres Ehepaar ist wohl verreist und eine Stammschwimmerin ist krank.“ So genau kennt Lutz Berlin seine Pappenheimer eben. Zu ihnen gehören Rentner und Angestellte, die hinterher zur Arbeit gehen oder gerade von der Nachtschicht kommen.
Wer schon einmal in der Schwimmhalle der Peenerobben gewesen ist, erkennt gleich den Vorteil des Frühschwimmens: Man hat Platz. Der zweite gute Grund, um die Schlafenszeit einmal früher zu beenden: Spätestens nach dem Schwimmen ist man wach. „Wenn man sich entschieden hat, sehr früh aufzustehen, startet man aktiver in den Tag“, sagt Lutz Berlin. Er hat recht. Die Frühschwimmer bleiben nicht einmal die vollen 90 Minuten, für die sie bezahlen. Sie schwimmen ihr Programm in einer halben bis einer Stunde. Und der übliche Hunger, der sich nach den zurückgelegten Bahnen einstellt, kommt gewiss. Zum Frühstücken ist nach sechs Uhr aber noch genügend Zeit. Der Tag beginnt dann mit dem angenehmen Gefühl, heute schon etwas geleistet zu haben.

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