Nordkurier.de

Hilft gegen Gleichmut kein Kraut?

Nein Danke, sagen viele Loitzer, wenn sie Bilder wie dieses sehen. Und fordern von der Kommune, gegen die Reinigungsmuffel in Sachen Grünwuchs vorzugehen. Doch die Verwaltung kann erstmal nur Ordnungsgelder verhängen und ansonsten die Schultern heben.  FOTO: Stefan HOeft
Nein Danke, sagen viele Loitzer, wenn sie Bilder wie dieses sehen. Und fordern von der Kommune, gegen die Reinigungsmuffel in Sachen Grünwuchs vorzugehen. Doch die Verwaltung kann erstmal nur Ordnungsgelder verhängen und ansonsten die Schultern heben. FOTO: Stefan HOeft

VonStefan Hoeft

Ist die Stadt Loitz zu lasch beim Kampf gegen private Unkraut-Ecken? Bürger beantworten die Frage mit Ja, die Verwaltung sagt Nein. Sie verweist auf Eigentumsfragen, verspricht aber, den Druck auf die Betroffenen zu erhöhen.

Loitz.Zwar will sich Loitz als Gastgeber des diesjährigen Landeserntedankfestes bald mit jeder Menge Grün und Blumen präsentieren. Doch längst nicht alles, was da gerade entlang der Straßen emporwächst und Blüten treibt, ist wirklich gern gesehen. Denn an so einigen Stellen sprießt kräftig Unkraut vor den Häusern und an den Gehwegen. Und das nicht erst seit gestern. Die Kommune scheint das allerdings nicht zu interessieren, so der Eindruck angesichts des sich ausbreitenden Bewuchses. „Da kann man doch nicht so einfach vorbeigehen normalerweise und sagen, man sieht das Grünzeug nicht“, empört sich beispielsweise Lutz Simanowski, der als Einzelbewerber in der Stadtvertetung sitzt. Hier sei das Ordnungsamt gefragt.
Das indes ist alles andere als untätig, sagt Bürgermeister Michael Sack. Mehrmals schon seien Eigentümer der betroffenen Grundstücke angeschrieben worden, ihren Reinigungspflichten nachzukommen, bei anhaltender Sturheit gab es zudem bereits Bußgeldbescheide. „Aber in aller Regel sind das Nicht-Loitzer, die sich um ihre Grundstücke nicht kümmern“, weiß er. Diese Leute lebten meist außerhalb und oft weit weg, seien mitunter nur schwer greifbar für die Verwaltung. Und was in der kleinen Peenestadt passiert, interessiert viele davon herzlich wenig. „Wir haben sogar welche dabei, die bezahlen nicht mal ihre Straßenreinigungsgebühren.“ Andere hingegen reagierten bei Bußgeldern auf eine Weise, die der Stadt auch nicht gerade weiterhelfe: „Zum Teil ist gezahlt worden, und das Unkraut steht immer noch da.“
Der Rathauschef wehrt sich gegen Forderungen aus der Bürgerschaft, dann eben den Stadtbauhof dort einzusetzen. Schließlich habe der schon genug mit den kommunalen Flächen zu tun. „Ich sehe nicht ein, dass wir vor fremden Grundstücken das Unkraut wegnehmen.“ Auch rechtlich ist das nicht unproblematisch, im Fall einer so genannten Ersatzvornahme bleibe Loitz vermutlich auf den Kosten sitzen. Außer die Stadt legt es auf einen Gerichtsstreit an. Und in vier Wochen sehe es dann trotzdem wieder so zugewuchert aus. „Die Frage ist, wo ist das richtige Maß?“
Wegen dieser Schwierigkeiten klein beizugeben, sei jedoch die verkehrte Reaktion, heißt es aus der Stadtvertretung. „Das ist ein generelles Problem, für das wir eine Lösung finden sollten“, fordert deren Präsident Herbert Rösicke. Bürgermeister Sack sagte denn auch zu, das Loitzer Ordnungsamt erneut in die Spur zu schicken und weiteren Druck zu machen. Immerhin sind es ab heute ja noch genau vier Monate bis zum großen Landeserntedankfest Anfang Oktober.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×