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Hintern raus in die Peene: Warum für Schiffe plötzlich der Platz fehlt

Hintern raus und dicht vorbei: Nur so schafften es die Kapitäne der „Altmark“ und der „Dömitz“, dass ihre Frachter gleichzeitig be- beziehungsweise entladen konnten. Erstere bunkerte Raps aus dem Speicher, letztere brachte Kunstdünger.  FOTOs: Stefan Hoeft
Hintern raus und dicht vorbei: Nur so schafften es die Kapitäne der „Altmark“ und der „Dömitz“, dass ihre Frachter gleichzeitig be- beziehungsweise entladen konnten. Erstere bunkerte Raps aus dem Speicher, letztere brachte Kunstdünger. FOTOs: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Eigentlich ist es kaum zu glauben:Trotz Hunderter Meter Bollwerk hat der Jarmener Hafen derzeit arge Platzprobleme.
Grund ist ein stillgelegter Stromanschluss. Und eine Besserung der Lage scheint terminlich kompliziert.

Jarmen.So außergewöhnlich und wohl einmalig das Treffen von gleich drei Motorschiffen einer DDR-Typenreihe in Jarmen diese Woche auch war (der Nordkurier berichtete), es lieferte keineswegs nur Grund zur Freude und zum Staunen. Die Kapitäne hatten zeitweise mächtig zu kämpfen, um ihre Frachter ordentlich be- beziehungsweise entladen zu können. Grund sind Platzprobleme, die angesichts der Länge des Hafens auf den ersten Blick erstaunen. Ihre Ursache, so erfuhr unsere Zeitung, haben sie im Neubau der Peenebrücke und Abstimmungssorgen für einen Installationstermin.
Dabei ist das laut Stadtverwaltung offiziell 358 Meter lange Bollwerk eigentlich genau aufgeteilt: Östlich der L-35-Flussquerung soll die Binnenhafen Anklam GmbH mit ihrem Kran agieren, das Stück zwischen Brücke und östlichem Rundsilo bleibt der Fahrgastschifffahrt vorbehalten und der folgende Bereich bis zum früheren Flößergraben der HaGe Nordland. Das übrige Areal bis zum westlichen Hafenende steht der Nordland Mühlen GmbH zur Verfügung.
Während der Bauarbeiten für die neue Überführung mussten die Beteiligten allerdings umdisponieren, weil für gut zwei Jahre die Osthälfte des Kais unzugänglich blieb. Deshalb wurde der für den Anklamer Verladekran nötige Stromanschlusskasten zwischen den Speichern und der Mühle installiert. Und da steht er nun immer noch, obwohl schon lange keine Bauarbeiter mehr umher wirbeln. Mit der Folge, dass wenn HaGe und Binnenhafen Anklam gleichzeitig Kunden abfertigen wollen, es Einschränkungen gibt.
„Wir kommen uns da ins Gehege“, verdeutlicht Ullrich Krüger, Kapitän der „Dömitz“, die diese Woche Dünger nach Jarmen brachte, der dort auf Lkw umgeladen wurde. Denn sein Kollege von der „Altmark“ bunkerte Raps aus dem benachbarten großen Speicher. Beide Frachter mussten am Ende aneinander vorbei manövrieren, um den kompletten Laderaum zu erreichenn, sprich die „Altmark“ dreht ihr Heck vom Kai weg an der „Dömitz“ vorbei in die Peene hinein. Schließlich konnte Krüger nicht weiter gen Westen, weil der Kran erstens nur einen eingeschränkten Fahrradius besitzt und zweitens aufs Mühlengelände geraten wäre. Und schon so musste wegen des Krans und der Laster ein Teil des Hafen abgesperrt werden.
Im Rathaus ist das Problem bekannt, doch Bürgermeister Arno Karp verweist beim Herstellen des alten Zustandes auf das Straßenbauamt als „Verursacher“ beziehungsweise die zuständige lokale Elektrofirma.
Deren Chef Thomas Breitsprecher hätte die Angelegenheit längst abhaken wollen, räumt er ein. Doch die Arbeiten in Zusammenhang mit der Installation des besagten Stromkastens an der neuen Peenebrücke benötigten rund zwei Wochen Zeit. Immerhin werde dort auch die komplette Hafenbeleuchtung aufgeschaltet, gelte es zudem den frisch asphaltierten Geh- und Radweg zu öffnen. Hauptproblem: Während der ganzen Zeit wäre kein Strom für den Kran da, aber für zwei Wochen lasse sich derzeit schwer voraussagen, ob ein Fachter kommt oder nicht. Als weniger Schifffahrt lief und es bereits eine Baufreigabe gab, spielte hingegen das Wetter nicht mit, erläutert Breitsprecher. „Wenn die Temperaturen unter fünf Grad gehen, dürfen wir kein Kabel verlegen, damit die Isolierung nicht bricht.“ Das war leider genau zum Jahresende der Fall, ebenso wieder zu Anfang des Frühjahrs, weil der Winter so lange dauerte. Der Elektiker hofft jedoch, demnächst einen machbaren Termin mit der Verladefirma zu finden.
Denn während der Bauarbeiten für die Flussquerung

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