
| Wirtschaft + Soziales |
von Redaktion
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Von unserem Redaktionsmitglied
Ulrike Rosenstädt
Wer auf dem platten Land sein Geld in der freien Wirtschaft verdienen muss und noch dazu Verantwortung für Personal übernommen hat, der weiß wovon Hotelinhaberin Heike Plötz spricht. Doch auch im touristenarmen Winter verliert sie ihren Optimismus nicht.
Rustow.Mit einem Schneeschieber in der Hand lernen wir uns kennen: „Ich muss hier noch den Weg freimachen, nicht dass noch jemand hinfällt“, sagt Heike Plötz. Sie ist die Inhaberin des Hotels „Eleganz“ in Rustow. Schon vom ersten Moment an ist klar, sie ist eine Frau, die anpackt. Also eine Chefin, der keine der Hotelarbeiten fremd ist? „Wir können unser Geschäft hier nur am Leben erhalten, wenn wir alle zusammenhalten und gemeinsam anpacken“, lautet ihre Devise. Und der folgen ganz offensichtlich drei Männer und zwei Frauen.
Zum Team gehören mit der Chefin sechs Personen, die eine ganze Portion Enthusiasmus und auch Liebe zur Heimat mitbringen. Denn das Hotel liegt mitten auf dem platten Land – zwischen Loitz und Demmin direkt an der B 194. Zwar bleibt das Haus nicht unentdeckt, und es ist bei Handelsreisenden auch nicht unbeliebt, doch wie schwer muss es sein, hier wirtschaftlich zu überleben – weit ab von einer großen pulsierenden Stadt?. „Es ist schwer, das kann ich so ehrlich sagen“, bringt es Hotelinhaberin Heike Plötz auf den Punkt. Doch es bereitet ihr auch Freude, sich immer wieder der Herausforderung zu stellen. Viele Ideen und natürlich sehr viel Arbeit sind in die Renovierung des Hauses geflossen. Gemeinsam mit Männern vom Fach hat es die Frau, die von Beruf Bauingenieurin ist, geschafft, ein kleines Hotel zu eröffnen, das hell und modern doch auch gemütlich daher kommt.
Stammgäste wissen dies wohl zu schätzen. „Wir haben Geschäftsleute, die in Greifswald zu tun haben, gern aber noch einige Kilometer weiter fahren, um bei uns zu übernachten“, erzählt Heike Plötz. Das freut sie. Sicher ist es auch dieser Grundoptimismus, der die 51-Jährige so jung aussehen lässt. Sie bedankt sich für das Kompliment mit einem Lachen. Geht es allerdings um das Thema Restaurant-Auslastung dann sind ihr schon einige Sorgenfalten anzusehen. „Die Gäste die kommen, sind sehr zufrieden, sie loben die Küche und sagen das dem Koch auch gern persönlich bevor sie unser Haus wieder verlassen“, beschreibt sie die Situation.
Doch die Menschen, die in der unmittelbaren Region leben, gönnen sich einmal einen schönen Abend, wiederholen den vielleicht in einem Vierteljahr wieder. Also muss sich das Team um Heike Plötz immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Zum Valentinstag sind es romantisch gedeckte Tische und eine speziell auf diesen Tag abgestimmte Speisenfolge. Das Holz im Kamin lodert an solchen Abenden. Eisbeinessen im Winter, Grillabende im Sommer – an Ideen mangelt es nicht. Und auch wenn es nicht leicht ist, in einer Region wirtschaftlich zu überleben, in der kaum noch Industrie angesiedelt ist und die Jugend nur noch zu den Feiertagen nach Hause kommt, möchte Heike Plötz sich und ihren Mitarbeitern einen langen Atem beweisen.
Sind es im Winter die Monteure oder Bauingenieure, die Kaufleute und Vertreter, sind es im Sommer die Großstädter, die einen Aufenthalt in unmittelbarer Peenenähe zu schätzen wissen. „Und die kommen aus ganz Deutschland“, sagt Heike Plötz. Gern erinnert sie sich aber auch an Besucher aus Spanien, Österreich, der Schweiz und sogar aus China.
Wer Natur pur mag, beim Frühstück den Pferden auf der Koppel zu schauen möchte, der sollte doch einmal reinschauen bei Heike Plötz. Auch wenn der Winter einiges an Geduld von den fleißigen Händen im „Eleganz“ abverlangt, der nächste Sommer kommt bestimmt – und mit ihm hoffentlich viele Touristen, die die Peenelandschaft entdecken wollen.
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