
| Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ |
von Gabriel Kords
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Dass er und seine Band „Feine Sahne Fischfilet“ im neuen Verfassungsschutzbericht erwähnt werden, hielt deren Frontmann anfangs für einen dummen Scherz: „Ich habe das am Abend nach der Veröffentlichung von Freunden erfahren“, sagt der 25-Jährige, der lieber nur bei seinem Spitznamen „Monchi“ genannt werden will.
Es sind deutliche Worte, die der Verfassungsschutz den sechs Musikern ins Stammbuch schreibt: „Die Band vertritt eine explizit anti-staatliche Haltung, sie möchte die staatliche Struktur auflösen“, heißt es unter anderem. Und: Die Musiker hätten auf ihrer Internetseite eine Bauanleitung für einen Molotow-Cocktail veröffentlicht.
Das sei allenfalls ein dummer Scherz gewesen, sagt Sänger Monchi. Die Bauanleitung sei Satire gewesen und zudem auf unzähligen anderen Internetseiten zu finden gewesen. Auch strebe seine Band nicht in erster Linie danach, die staatliche Struktur aufzulösen, sondern sich gegen Rechtsextreme einzusetzen. „Das halten wir angesichts der Realität in Mecklenburg-Vorpommern für wichtiger“, sagt der Musiker. Die Band tritt immer wieder in kleinen Orten und auf Demokratiefesten auf. In vielen ihrer Texte kommt die Perspektivlosigkeit der jungen Menschen auf dem Land zur Sprache.
Band zählt sich zum Kreis der Antifaschisten
Für die Veröffentlichung ihres neuen Albums im November haben sich die sechs Jungs ganz bewusst die Stadt Demmin ausgesucht. „Da waren wir vor zwei Jahren schon einmal. Damals haben wir unter anderem eine Lehrerin motiviert, sich mit ihren Schülern gegen Rechtsextremismus zu engagieren“, erzählt Monchi. „Das war ein großartiger Erfolg für uns.“
Es gibt allerdings auch eine andere Seite. Die Band zählt sich selbst zum Kreis der Antifaschisten. Die ultralinken Gruppen, oft als Linksextreme bezeichnet, gehen mitunter rabiat gegen Neonazis vor und stehen auf Kriegsfuß mit der Polizei. Oft kommt es zu Zusammenstößen bei Kundgebungen. Nicht zuletzt deshalb attestiert der Verfassungsschutz den Bandmitgliedern, sie seien „gewaltbefürwortend oder sogar gewaltbereit“. So formuliert es Michael Teich, Sprecher des Schweriner Innenministeriums, dem der Verfassungsschutz untersteht. Er sagt auch: „Es kann sein, dass die Gruppe als Band anders auftritt. Aber wir betrachten ja auch die einzelnen Mitglieder.“
Im Bericht wird der Band mehr Platz eingeräumt als dem NSU
Das liest sich in dem Bericht allerdings anders. Der Hamburger Journalist Patrick Gensing stellte auf seiner Internetseite noch eine andere Frage: Nämlich, warum den Musikern in dem Bericht mehr Platz eingeräumt wird als der rechten Terrorgruppe NSU, die im Land nachweislich diverse Spuren hinterließ.
Überhaupt seien die Ermittlungsergebnisse zum Rechtsextremismus beängstigend schlecht, findet Musiker Monchi: „Die haben eigentlich nur aus dem Internet abgeschrieben.“ In der Tat finden sich in dem Bericht auffällig viele Zitate von rechten Internetseiten. Doch den beiden wichtigsten Seiten wird in dem Bericht gerade mal so viel Platz eingeräumt wie den Musikern aus Loitz. „Insgesamt ist es ein Witz, was über die Nazis in dem Bericht steht“, findet der Musiker. „Da weiß selbst ich mehr.“
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