Februar 22, 2012
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Natur-/Umweltschutz von Redaktion

Jäger: Geweihe sammeln ist kein Kavaliersdelikt

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In diesen Tagen braucht das Wild besonders viel Ruhe. Da kommt die Suche nach den sogenannten Abwurfstangen ungelegen. Interessierte sollten lieber die Trophäenschauen der Region aufsuchen. [RS_CREDIT] FOTO: dpa
Von unserem Redaktionsmitglied
Katja Müller

Ohne Geweih auf dem Kopf lässt es sich schlecht imponieren. Doch ab Februar ist auch der stolzeste aller Platzhirsche nur noch ein König ohne Krone. So manch einer wird jetzt zum Sammler, doch die Jäger sehen das gar nicht gern und heben den Finger.

Anklam/Murchin.„Unbefugtes Sammeln von Abwurfstangen führt nicht nur zu unnötigen Störungen der Wildtiere im Winter, es ist Wilderei. Denn rechtlich gehören sie demjenigen, der in einem Revier das Jagdrecht ausübt“, erläutert Lawrenz. Auch im Bundesjagdgesetzt ist unter Paragraf 1 Absatz 5 klar geregelt:
„Das Recht zur Aneignung von Wild umfasst auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen sowie die Eier von Federwild sich anzueignen.“ Das Recht hat lediglich der Jagdausübungsberechtigte.
Doch immer wieder müssen die Mitglieder des Hegerings Murchin Wilderei dieser Art feststellen. „Es wurden sogar schon Autos mit Berliner Kennzeichen gesehen, wo die Leute dann gezielt ausschwärmten und den Wald nach Abwurfstangen absuchten. Das ist frech“, moniert der Vize-Hegeringsleiter und rät: „Die Leute sollten das wirklich sein lassen, denn sie scheuchen so auch das Wild auf, das gerade in dieser Zeit Ruhe braucht.“ Zudem sei es absolut kein Kavaliersdelikt, denn dem illegalen Sammler drohen bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 365 vollen Tagessätzen. Und wer so interessiert an den Abwurfstangen sei, der könne regelmäßig die Thophäenschauen besuchen, sagt Lawrenz mit einem Augenzwinkern.
Zu der hatten nämlich die Mitglieder des Hegerings Murchin am Wochenende eingeladen. „Wir präsentieren die Jagdabschüsse der Saison 2011/2012“, erklärte Vize-Hegeringleiter Uwe Lawrenz. Er hatte auch die Zahlen der bis zum Sonnabend erlegten Tiere parat: So wurden 143 Stücke Rot-, 78 Dam-, 115 Schwarz-, 68 Reh- und schließlich 19 Raubwild geschossen. „Zum Raubwild zählen Füchse, Marderhunde oder Dachse“, erklärte Uwe Lawrenz am Rande der Ausstellung.
Zahlreiche Interessierte, darunter auch die Schüler der Jagdschule Vorpommern, kamen in die Anklamer Gaststätte „Pott und Pann“, um die Trophäen zu bestaunen. Mit viel Liebe zum Detail hatten alle Mitstreiter die Ausstellung vorbereitet. Nicht zuletzt, um auch Nachwuchs zu locken. Zwar habe der Hegering Murchin derzeit 56 Mitglieder, doch gegen neue Mitglieder haben die Jäger nichts einzuwenden. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Wildschäden zu vermeiden“, erklärte Uwe Lawrenz und betonte, dass es immer schwerer werde, hier in der Region eine bodenständige Jagd zu erhalten.
Doch all diese Sorgen waren am Abend vergessen, denn schon zum 21. Mal hatten die Hegering-Mitstreiter zum traditionellen Jägerball eingeladen und bis in die frühen Morgenstunden nicht nur Jägerlatein ausgetauscht, sondern auch fleißig das Tanzbein geschwungen. Nicht zuletzt Hegering-Mitglied Norbert Lawrenz und das Pinnower Team hatten einen großen Anteil am Gelingen des Balls, betonte der Vize-Hegeringleiter.
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