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Jägerball: In der Kirche wurde geballert und getanzt

Tanzmuffel sind sie nicht, die Jäger des Kreises Vorpommern-Greifswald: Zur heißen Musik der Dortmunder Winnie-Appel-Band legten sie eine flotte Sohle aufs Parkett. [KT_CREDIT] FOTO: Veronika Müller
Tanzmuffel sind sie nicht, die Jäger des Kreises Vorpommern-Greifswald: Zur heißen Musik der Dortmunder Winnie-Appel-Band legten sie eine flotte Sohle aufs Parkett. [KT_CREDIT] FOTO: Veronika Müller

.Ball und Jäger, eine undenkbare Kombination? Von wegen! Beim Kreisjägerball in der Anklamer Nikolaikirche ließen es die Weidgenossen richtig krachen. Sie hingen Lodenjoppe und Schnürschuhe an den Nagel, schmissen sich in feinen Zwirn und zeigten auf dem Tanzparkett, was ein echter Jäger drauf hat. Eine Nacht lang waren Pirsch und Jagderfolge Nebensache, dafür standen leckere Wildgerichte hoch im Kurs und auch so manch jägermeisterliches Getränk schmierte durstige Kehlen. Damit aber die Weidmänner nicht ganz aufs Schießen verzichten mussten, ließen sich die Organisatoren, die übrigens die Nikolaikirche in einen prachtvollen Festsaal umfunktioniert hatten, etwas ungewöhnliches einfallen. Sie richteten ein Schießkino ein, in dem die Schützen virtuell ihr Können erproben konnten. Und siehe da: es waren nicht nur die Herren, die zur Waffe griffen.
Immerhin lockte als Hauptgewinn ein echter Hochsitz. Ob angesichts dessen allerdings manch Jägersmann absichtlich ein wenig daneben schoss, bleibt ein Geheimnis. Verbürgt ist nur, dass einige schon ins Grübeln kamen, wohin sie mit dem guten Stück wohl sollten, falls... Aber alles unbegründete Befindlichkeiten. Christoph Peters war mit 31 „erlegten“ Wildschweinen der strahlende Sieger. „Das war eine Überraschung. Damit habe ich nicht gerechnet“, kann der Sieger sein Glück auch einen Tag später kaum fassen. „Der Hochsitz bekommt einen Ehrenplatz in unserem Revier.“ Das wird wohl kein Problem. Schließlich entstammt Peters einer Murchiner Försterdynastie.
Ganz andere Freuden hatten Bürgermeister Michael Galander und „seine“ Dortmunder Kicker zu feiern. Den Einzug ins Champions-League-Finale.Galander: „Eine Zitterpartie, die mich einige Nerven gekostet hat.“ Am Ende war alles gut – wie passend: Die zum Tanz aufspielende Winnie-Appel-Band stammt aus Dortmund. Und die ließ es dann so richtig krachen – Tanzmuffel hatten einfach keine Chance. Zeitweise schien es, als würde für die „Let’s dance“-Show geprobt. Nun sage noch einer: Jäger und Bälle passen nicht zusammen. Denkste!

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