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von Susann Moll
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„Franziska Ploetz hat einen beneidenswerten Arbeitsplatz, ihr Schreibtisch steht in der Küche des Hauptmann-Hauses.“ So begrüßte der Initiator des Gesprächskreises, Hans-Robert Metelmann, die Geschäftsführerin der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus. Sie arbeitet im Sommerhaus des großen Naturalisten auf Hiddensee, das er von 1930 bis 1943 regelmäßig besuchte.
Die Theater- und Literaturwissenschaftlerin erzählte von Hauptmanns Leben und seiner Beziehung zu Hiddensee, dazu zeigte sie Bilder. Besonders amüsierten sich die Gäste über Hauptmanns Einstellung zum täglichen Alkoholkonsum eines deutschen Mannes und auch über die Anekdote, wie er von der Bildhauerei zum Schreiben kam. In Rom sei ihm die Statue eines germanischen Kriegers zusammengebrochen, weil er die Statik falsch berechnet habe. Außerdem berichtete Franziska Ploetz von den zwei Ehen des Dramatikers und wie er sich zwischen den beiden Frauen entscheiden musste. Mit dem Tod Hauptmanns ist die Insel Hiddensee ebenfalls verbunden. Er starb 1946 in seiner Heimat Schlesien, wurde damals aber durch das vom Krieg zerstörte Deutschland auf die Ostsee-Insel befördert und dort beigesetzt.
Sommerhaus wurde zu Pilgerstätte
Schon 1956 wurde das Sommerhaus zu einem Museum. Da Gerhart Hauptmann das Ansehen eines großen Deutschen besaß, wurde es eine regelrechte Pilgerstätte. 1994 wurde dann die Stiftung gegründet und das Haus samt Nachlass ging in ihren Besitz über. Seitdem finanziert sie sich aus den Einnahmen aus dem Museumsbetrieb und Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerten.
Ende April wird anlässlich des Jubiläumsjahres ein neuer Pavillon nahe des Hauses eröffnet, in dem es ab September eine neue Dauerausstellung unter dem Namen „Literaturlandschaft Hiddensee“ gibt. „In dieser werden alle Schriftsteller vorgestellt, die auf der Insel eine Rolle spielten“, erklärte die Referentin. Auch ein Sonderpostwertzeichen und eine Zehn-Euro-Münze kämen im November zu Hauptmanns Gedenken heraus.
Projekte werden gezogen
Selbstverständlich wurden in diesem Gesprächskreis wieder kleine Projekte unter dem Motto „Jarmen tut gut“ vorgeschlagen und Geld für diese gesammelt. Der Amtsleiter und stellvertretender Bürgermeister Rainer Hardt zählte die zusammengekommenen Münzen und verkündete den Betrag von 61,50 Euro.
Franziska Ploetz zog als Glücksfee zwei Zettel mit Projekten. Wie der Zufall es wollte, hatten zwei Gäste eine ähnliche Idee, und beide wurden gezogen. So kommt nun der volle Betrag in den Sammeltopf für den neuen Boden im Haus der Begegnung.
Margot Peters meldete sich als Projektpatin und nahm das Geld entgegen. Und auch die Stadt Jarmen möchte ihren Beitrag leisten. Auf die Frage Metelmanns an Rainer Hardt, ob der Bürgermeister bereit wäre, die Summe zu verdoppeln, antwortete dieser, dass er sich das gut vorstellen könne.
Auf Anfrage des Nordkuriers kam jetzt die endgültige Zusage aus dem Rathaus, sodass 123 Euro zur Verfügung stehen. Hans-Robert Metelmann, selbst Vorsitzender der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, hatte die Idee zu dem literarischen Abend. „So viele Jarmener haben enge Beziehungen nach Hiddensee“, erklärte er, und viele Peenestädter würden sich für Hauptmann interessieren. Der Ehrenanlass war also eine gute Gelegenheit, ihn mal zum Thema zu machen. Lange Diskussionen nach dem Vortrag belegten das wache Interesse der Jarmener an der Literatur und am Leben Hauptmanns.
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