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Jetzt wollen sie es allen zeigen: Doppel-Attacke

Erst seit kurzem kann Jarmens Motoball-Jugend wieder richtig trainieren. Doch die neue Saison beginnt der MSC mit einem Paukenschlag: Er meldete gleich zwei Nachwuchs-Teams für den bundesdeutschen Wettbewerb an.  FOTOs: Stefan HOeft
Erst seit kurzem kann Jarmens Motoball-Jugend wieder richtig trainieren. Doch die neue Saison beginnt der MSC mit einem Paukenschlag: Er meldete gleich zwei Nachwuchs-Teams für den bundesdeutschen Wettbewerb an. FOTOs: Stefan HOeft

VonStefan Hoeft

Paukenschlag beim Motoball: Der MSC Jarmen schickt als erster Verein gleich zwei Mannschaften in den Kampf um die deutsche Jugend-Meisterschaft. Möglich macht das
auch die Spendenflut.
Am Wochenende geht es los – mit einem Turnier auf heimischem Platz.

Jarmen.Erst war es nur eine fixe Idee, dann ein Kampf gegen Vorbehalte, doch am Ende haben sich die Jugendtrainer Matthias Köhn und Ronald Tews mit Rückendeckung der Vereinsspitze durchgesetzt: Sie meldeten für die Saison 2013 des deutschen Motoball-Nachwuchses zwei getrennte Mannschaften aus Jarmen an. Ihres Wissens nach ist dieser Schritt bislang einmalig – und soll auch die Chancen der Bundesliga-Mannschaft auf den angestrebten ersten bundesdeutschen Meistertitel in den nächsten Jahren erhöhen.
Zumal für einen Verein wie den MSC eigene Jugendarbeit die Überlebensgarantie darstellt, können die Vorpommern doch nicht wie so mancher West-Verein von woanders Spieler „einkaufen“. Und wo letzteres hinführen kann, zeigt gerade das Beispiel des Meisters 2011: Nach dem Weggang mehrerer Spieler und mangels Nachwuchs musste sich SBV Leverkusen jetzt vom Spielbetrieb zurückziehen.
Nicht umsonst setzen die Jarmener schon lange auf eigene junge Leute, doch der jetzige Schritt scheint trotzdem fast wie ein Wunder. Denn Anfang des Jahres stand die Truppe von Köhn und Tews vor dem Aus, weil Ende Dezember Ganoven die Mopeds ausgeschlachtet, Technik und Ersatzteile gestohlen hatten (Nordkurier berichtete). Aber dank der gewaltigen Spendenflut konnten zwischenzeitlich wieder mehr als genügend Wettkampfmaschinen hergerichtet werden. Es stehen sogar ausreichend Simsons für zwei Teams bereit, entsprechende Fahrer sowieso.
Daher einigten sich die MSC-Verantwortlichen, nun bei der Nachwuchsförderung noch eins drauf zu setzen: Nicht nur im Training gegeneinander sollen möglichst viele Jugendliche auffahren, sondern auch im Wettkampfbetrieb. Zumal dies finanziell nur wenig Mehraufwand bedeutet bei in der Regel lediglich vier Saison-Turnieren. „Spielpraxis ist das wichtigste, darauf kommt es an“, verdeutlichte Bernd Gorkow, für die technische Ausrüstung des Teams zuständig.
Allerdings traf die neue Offerte nicht überall auf Gegenliebe. So meinten bei der MSC-Jahreshauptversammlung alte Kempen, dass es so etwas früher nicht umsonst gegeben habe: Der Konkurrenzdruck sei einfach wichtig, nur die Besten dürften in die Wettkampfmannschaft. Doch wirklich Rückhalt bekam diese Auffassung nicht. Schließlich sind die Zeiten heute ganz andere, und wenn die jungen Leute stets nur zuschauen dürften, würden sich viele verabschieden, sagen Köhn und Tews.
Den Drang, besser als der andere zu sein, gebe es ja trotzdem. Außerdem existierten für viele Positionen ähnlich geeignete Spieler, da fällt die Entscheidung mitunter schwer. Unterstützung erhielten sie vom Bundesliga-Trainer Detlef Sojka. „Das macht Sinn, wann können die Jungs denn sonst schon mal richtig spielen? Und vielleicht bekommen wir so ja schneller mehr gute Nachwuchsspieler gebacken.“ Schaden werde es dem Verein jedenfalls nicht.
Die erste Bewährungsprobe erlebt das neue System an diesem Sonnabend. Dann sind die Jarmener mit ihren zwei Teams Gastgeber für das erste Jugend-Turnier der Motoball-Nordstaffel. Um 9 Uhr geht es los, das ganze dauert wahrscheinlich bis gegen 19 Uhr, vermutet Ronald Tews. Schließlich rücken mit Halle, Seelze und Malchin drei weitere Mannschaften an – und alle fünf spielen im Modus jeder gegen jeden. Es dürfte also den ganzen Tag über bei den Spielen spannend zugehen.

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