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Kanzel steht wieder auf trockenen Füßen

Die Kirchenältesten halten Einzug in die Kirche Neuenkirchen nach der Sanierung. Das Gotteshaus war aufgrund massiver Bauschäden seit 2011 gesperrt.  FOTO: A. Seidel
Die Kirchenältesten halten Einzug in die Kirche Neuenkirchen nach der Sanierung. Das Gotteshaus war aufgrund massiver Bauschäden seit 2011 gesperrt. FOTO: A. Seidel

VonAnett Seidel

Jubel statt Jammer – die Neuenkirchener weihen ihre Kirche wieder ein. Die ist zwar von oben bis unten saniert, aber längst noch nicht fertig.

Neuenkirchen.Stühle mussten her. In den Bänken gab es längst keinen freien Platz mehr. Dann hieß es: „Lasst uns enden alle Klagen, lasst uns einen Anfang wagen...“ Die Neuenkirchener haben ihre Kirche nach umfangreichen Bauarbeiten wieder in Besitz genommen.
Zum Festgottesdienst kamen viele Gäste. So manchem dürften die Erinnerungen an das Dilemma in dem Gemäuer nach den starken Regenfällen im Sommer 2011 präsent sein. Aber als Pastor Mathias Kretschmer jetzt von der Kanzel predigte, war fast vergessen, dass die alte Holzkonstruktion aufgrund der Schäden noch vor gar nicht langer Zeit in der Luft hing.
Ein symbolischer Akt für den Gottesmann diesen Schritt nach oben auf die Kanzel zu machen. Seit Sommer 2011 blieben die Kirchentüren in Neuenkirchen verschlossen (der Nordkurier berichtete). Der Fußboden war komplett unterspült. „Er glich einer Berg- und Talbahn“, erinnerte der Pastor. Löcher klafften im Fußboden und der Südeingang drohte einzustürzen. Das Gemäuer war gesperrt und guter Rat teuer.
„Die Kirchengemeinde hatte das Geld nicht, um die Schäden zu beheben“, sagt Mathias Kretschmer. Glück im Unglück. Die bauliche Misere war plötzlich so groß, dass das Neuenkirchener Gotteshaus ins Notsicherungsprogramm der Landeskirche kam. Geld floss von Stiftungen, dem Land und der Landeskirche. Der Neuenkirchener Kirchenverein hat 20 000 Euro für die Sanierung dazu gegeben. Die Schäden sind behoben. Die Kirchenältesten schritten auf dem neuen Fußboden zum Altar, um dort die Gegenstände abzustellen.
Am Ende der Baumaßnahmen sind die Neuenkirchener jedoch noch lange nicht. Die Empore soll ein Stück weiter in den Kirchenraum „wachsen“, um darunter eine Winterkirche entstehen zu lassen – und im Turmraum Toilette und Küche. Aber die Finanzierung steht bei einer Gesamtinvestition von rund 240 000 Euro erst zu 80 Prozent. Ein Jahr müssen sich die Neuenkirchener nun mindestens noch gedulden, bevor es weiter geht. „Wir sind voller Hoffnung, dass 2014 gebaut wird“, zeigte sich Kirchenbaubeauftragter Burkhard Erdmann während des Festgottesdienstes aber optimistisch. Mathias Kretschmer dankte nicht nur ihm, sondern allen am Bau beteiligten, besonders aktiven Gemeindemitgliedern und dem Verein für die Unterstützung.
Wer den Termin am Sonntag verpasst hat, bekommt am Pfingstsonntag beim Gottesdienst wieder die Gelegenheit, die frisch gemalerte Kirche zu bewundern. Gleichzeitig wird Konfirmation gefeiert, lud der Pastor ein.

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a.seidel@nordkurier.de

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