Februar 17, 2012
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Landkreise/Kreisfreie Städte von Claudia Müller

Kinder-Betreuung: Ärger über höhere Gebühren

Die Landeszuschüsse entsprechen nicht der tatsächlichen Anzahl der betreuten Kinder, sagt der Kreis. Schwerin gibt demnach für einen Krippenplatz im früheren Ostvorpommern fast 19 Euro weniger als 2011, in der Uecker- Randow-Region 6 Euro weniger.

Kita-Gebühren in Vorpommern steigen
Aus Papier-Kugeln kleben Kinder der Anklamer Kita „Regenbogen“ mit Erzieherin Silke Kasten ein lustiges Clownsgesicht. Dass die Gebühren für Eltern und Gemeinde in der evangelischen Einrichtung ebenso wie in anderen Kitas im Kreis steigen, verdirbt den Müttern und Vätern die Laune.
Foto: Claudia Müller
Vorpommern (cm)  

Die Kinder in seiner Gemeinde liegen Karl Jürgens am Herzen und er freut sich, dass die Kita in Klein Bünzow gut ausgelastet ist. Doch als Bürgermeister hat er auch die Finanzen, sprich die Kita-Gebühren, im Blick und da hört der Spaß für ihn auf: „Eltern und Gemeinde werden immer mehr belastet, während die Zuschüsse des Landes und damit auch die des Landkreises geringer ausfallen“, ärgert er sich.

 

So müssen Eltern und Gemeinde beispielsweise für einen Ganztagesplatz in der Krippe jetzt monatlich jeweils rund 12 Euro mehr bezahlen als 2011, obwohl sich die Betriebskosten der Klein Bünzower Kita nicht geändert haben, macht Jürgens deutlich, nachdem die Gemeindevertretung dieser Tage die neuen Gebührensätze beschlossen hat.

 

Klein Bünzow ist kein Einzelfall

 

Klein Bünzow ist kein Einzelfall: Im Landkreis werden die meisten Eltern und Gemeinden für Kindergarten- und Krippenplätze, für Tagesmuttis und zum Teil auch für die Hortbetreuung tiefer in die Tasche greifen müssen, erklärt Dirk Scheer, Leiter des Jugendamtes in der Kreisverwaltung. Das Land stellt für die Kinderbetreuung im Landkreis in diesem Jahr zwar rund 14,6 Millionen Euro sowie weitere Projektgelder zur Verfügung, doch die reichen nicht für eine Nullrunde beim Eltern- und Gemeindeanteil.

 

Das liegt unter anderem daran, dass die Landeszuweisung nach der Anzahl der Kinder zum Stichtag im April 2011 berechnet wurde, inzwischen werden im Landkreis aber mehr Kinder – nämlich rund 13500 – betreut, so Scheer. Ein weiterer Grund für die Mehrbelastung von Eltern und Gemeinde ist die Tatsache, dass die Gelder für 2012 mit Blick auf Ganztags-, Halbtags- und Teilzeitplätze anders berechnet werden, sagt Scheer. Hatte das Land bisher unabhängig von der Betreuungsdauer pro Platz 1016 Euro gezahlt, so gibt es jetzt für einen Vollzeitplatz 1258, für ein Teilzeitplatz 754,80 und für einen Halbtagsplatz 503,20 Euro.

 

Wenn das Land weniger zahlt, fällt auch Kreisbeteiligung geringer aus

 

Das bedeute im Verhältnis zur Kinderzahl bereits einen geringeren Landeszuschuss, erklärt das Jugendamt. Und bei einem reduzierten Landeszuschuss fällt auch die Beteiligung des Kreises geringer aus, denn die richtet sich nach der Höhe des Landesanteils.

 

Ziel des Jugendamtes war es, im neuen Landkreis überall die gleichen Landes- und Kreismittel für einen Platz zu zahlen. Das sei aber nicht ganz gelungen, da die Mehrbelastung für Eltern und Gemeindenbei der Krippenbetreuungin Greifswald sonst nicht zu vertreten gewesen wäre, hieß es. Denn dort galt bisher eine andere Berechnungsgrundlage, die ohne Übergangsregelung zu einem enormen Gebührensprung führen würde.

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