Nordkurier.de

Klein aber oho: Stadtgeschichte mit Volldampf

Sie fahren nur noch im Maßstab 1:87: Einst gehörten Bahnen wie hier am Dübelwerk zum Loitzer Stadtbild. Die Modellbauausstellung am Wochenende erinnert daran. [KT_CREDIT] FOTO: Manfred Ohlrich
Sie fahren nur noch im Maßstab 1:87: Einst gehörten Bahnen wie hier am Dübelwerk zum Loitzer Stadtbild. Die Modellbauausstellung am Wochenende erinnert daran. [KT_CREDIT] FOTO: Manfred Ohlrich

VonStefan Hoeft

Für ein ganzes Wochenende taucht jetzt noch einmal
das alte Loitz aus der Versenkung auf – zumindest mit seinen Eisenbahnen
und einigen Stadtteilen. Allerdings nur im Maßstab 1:87, dafür aber sehr detailliert und mit einem Zeitensprung.

Loitz.Über das grässliche Aussehen einiger Straßenzüge in der Altstadt schweigen die Loitzer zwar lieber, doch zumindest das der Peene zugewandte Gesicht ihrer Stadt erfüllt sie mit Stolz. Erst recht nach der Umgestaltung des Hafenbereichs mit dem sanierten Speicher, dem einstigen Bahnhof und der neuen Marina. Und dass die Vorpommern mit dieser Meinung nicht alleine stehen, beweist auch eine ganz spezielle Ausstellung, geschaffen von einem Sachsen.
Als Frank Platow aus Radeberg nämlich vor einigen Jahren auf dem so genannten Preußendamm von jenseits des Flusses auf Loitz zu kam, ließ ihn die malerische Silhouette der Kleinstadt nicht mehr so richtig los. Am Ende begeisterte ihn das ganze Ensemble derart, dass der passionierte Modellbahnbauer beschloss, sie in Miniatur-Ausführung in Szene zu setzen, allerdings gleich um Jahrzehnte nach hinten verschoben und eben mit dem einst dort vorhandenen Bahnbetrieb.
Das Ergebnis im Maßstab 1:87 ist nun bei einer großen Ausstellung im Speiseraum der Loitzer Diesterweg-Grundschule zu sehen – am 15. Juni und am 16. Juni jeweils von 10 bis 16 Uhr. Und Platows Hobby-Kollege Manfred Ohlrich aus Vierow, der die Veranstaltung vor Ort organisiert hat, verspricht den Besuchern Modellbaukunst vom Feinsten. „Das ist wirklich beeindruckend, wie er die Dinge in Szene setzt und wie echt alles wirkt.“ Das reicht von den Bahnanlagen über ein Schiff am Hafen bis hin zu vielen Gebäuden und Industrieanlagen wie dem längst verschwundenen Dübelwerk.
Da der Eintritt frei ist, sollten Lokalpatrioten durchaus zweimal im Speiseraum vorbeischauen. Denn der Radeberger hält von einem Tag zum anderen einen Zeitensprung parat: Am Sonnabend zeigt er den Bahnbetrieb der 1960er-Jahre mit dem Dampflok-Verkehr und am Sonntag den Betrieb der 1970er-Jahre, als bereits die Dieselloks auf den Schienen rollten.
„Besonders die jüngere Generation sollte sich ansehen, wie es vor vielen Jahren einmal am Hafen und dem Bahnhof zugegangen ist“, empfiehlt Manfred Ohlrich. Und sieht das Ganze als eine einmalige Chance: „Eine Wiederholung der Ausstellung wird es nicht geben, weil der Aufwand so groß ist.“
Er selbst wartet am Sonnabend mit einem Extra-Beitrag auf, der einiges an historischem Kontext zur Ausstellung liefert: Der Vierower zeigt ab 16 Uhr historische Fotos von der Peenestadt
und Filme von den letzten Fahrten des „Korl Loitz“ zur 750-Jahr-Feier im Jahre 1992.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×