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Kreuzgefährlich und dennoch so friedlich

Merken Sie sich diese Position. Denn wenn eine Kreuzotter so vor Ihnen auftritt, steht ein fieser und schmerzhafter Biss unmittelbar bevor. Doch sollten Spaziergänger nicht zu vorschnell über die Schlange urteilen. Natürlich greift das Tier nur an, wenn es sich bedroht fühlt.  FOTOs: Norbert Warmbier
Merken Sie sich diese Position. Denn wenn eine Kreuzotter so vor Ihnen auftritt, steht ein fieser und schmerzhafter Biss unmittelbar bevor. Doch sollten Spaziergänger nicht zu vorschnell über die Schlange urteilen. Natürlich greift das Tier nur an, wenn es sich bedroht fühlt. FOTOs: Norbert Warmbier

VonNorbert Warmbier

Eigentlich will sie ja nur ihre Ruhe haben, Nachwuchs zeugen und fressen. Doch fühlt sich die Kreuzotter bedroht, wird‘s ungemütlich.

Vorpommern.Die Kreuzotter zählt in vielen Teilen Deutschlands zu den stark bedrohten Wirbeltieren. Die kleine, meist weniger als 80 Zentimeter lange Schlange, die zu den Giftschlangen zählt, hat aber in unserer Region ihre Hochburgen. Dazu zählt die Insel Usedom aber auch die Ueckermünder Heide. In einigen Heidelandschaften wie etwa an Waldrändern im Randowbruch bei Rothenklempenow, an technischen Bauwerken um Peenemünde und selbst in Mooren im Lassaner Winkel findet man das Tier noch in gutem Bestand. Besonders viele schwarze Kreuzottern leben auch um Karlsburg und in einigen Mooren um Jatznick.

Der Biss einer Kreuzotter ist sehr unangenehm
Das Gift der Kreuzotter zersetzt überwiegend die Zellen der Opfer. Besonders betroffen ist das Blut. Böse und heimtückisch sind Kreuzottern aber nicht. Sie versuchen, sich immer vor den Menschen zurückzuziehen, und nur ausnahmsweise beißt sie einen Menschen. Ein solcher Biss ist eine sehr unangenehme Angelegenheit und kann schwere Folgen, selbst jahrelanges Siechtum nach sich ziehen. Infolge der besonderen Zusammensetzung des Otterngiftes kommt es zu starken Schwellungen und Verfärbungen des Gewebes in der Umgebung der Bissstelle. Weiterhin kommt es zum Anschwellen der Lymphdrüsen und zu heftigen Schmerzen im gebissenen Glied bei zunehmender Verschlechterung des Allgemeinbefindens.
Dann heißt es, Ruhe bewahren, nicht in Panik ausbrechen. Unverzüglich muss die Bissstelle und der obere Teil des gebissenen Körperteils abgeschnürt werden. Hier helfen zum Beispiel zusammengedrehte Taschentücher, ein Hemd oder ein Gürtel. Alle 30 Minuten sollte die Stelle wieder gelockert werden. Die Bissstelle muss außerdem leicht eingeschnitten werden, damit das Blut austritt und das Gift teilweise heraus schwemmt. Dennoch ist der schnelle Anruf beim Arzt oder Krankenhaus ein absolutes Muss.

Die Schlange verschlingt ihre Beute gern im Ganzen
Wie andere Tiere auch kämpfen die Männchen der Kreuzottern um die Frauen – im Frühling ist Paarungszeit. Dann stemmen sie ihre Köpfe gegeneinander. Natürlich paaren sich am Ende nur die stärksten Männchen im April und Mai mit den Weibchen. Nach etwa drei Monaten gebären die Weibchen bis zu 20 Junge, die voll entwickelt sind und bereits funktionstüchtige Giftzähne besitzen. Nach dreu bis vier Jahren sind Kreuzottern fortpflanzungsfähig.
Kreuzottern ernähren sich vorwiegend von Fröschen, Eidechsen, Jungvögeln und Mäusen. Ihr Sehvermögen ist nicht besonders stark, dafür nimmt sie aber feinste Bodenerschütterungen wahr. Erst beißen sie ihr Opfer, um dann der Spur des verletzten Tieres zu folgen. Bei der Suche verlässt sich die Schlange voll und ganz auf ihre Zunge, die quasi das Riechorgan der Kreuzotter ist. Im finalen Akt verschlingt sie ihre Beute dann im Ganzen.
Bis auf die ganz schwarzen Kreuzottern besitzen die diese Schlangen eine markante Rückenzeichnung, die aus einem Zickzackband besteht. Auch ist der Kopf der Kreuzotter recht markant vom Rumpf durch einen relativ schlanken Hals abgesetzt. Die senkrechte, schlitzförmige Pupille der Kreuzotter wird von der leuchtend roten Iris umrahmt.

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