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Kribbel, krabbel, Laus-Alarm

Mit einem Läusekamm können Eltern die Haare ihrer Kinder nach den lästigen Tieren absuchen.  FOTO: Patrick Pleul
Mit einem Läusekamm können Eltern die Haare ihrer Kinder nach den lästigen Tieren absuchen. FOTO: Patrick Pleul

VonAnja Rau

Kopfläuse sind kleine lästige Viecher, die niemand haben will. Gemütlich machen
sie es sich vor allem
auf Kinderköpfen.
In Krien schlägt jetzt
ein Vater Alarm.

Krien.„Zwei Mal in diesem Jahr hat meine Tochter schon Kopfläuse gehabt“, sagt Michael Rühl. Er glaubt, dass seine Tochter sie von Klassenkameraden aus der Schule mitgebracht hat. „Es sind ja noch andere Kinder aus der Schule betroffen. Aber die stellen in Frage, woher die Läuse kommen.“
Häufig sei die Ausgangsquelle der Läuse tatsächlich nicht erkennbar, da Kinder ja auch woanders spielen, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes, Marlies Kühn. In der Schule würden sie höchstens verbreitet. „Uns sind drei Fälle aus der Grundschule gemeldet worden. Klar sind die Kopfläuse unangenehm und eklig, aber sie haben keine Folgen für die Kinder.“ Bei Kopfläusen handele es sich laut Definition nicht einmal um eine Krankheit, sondern lediglich um einen Lästling.
Das sieht Michael Rühl anders. Seine Tochter musste umständlich von den Kopfläusen befreit, alle Kuscheltiere und Bettwäsche gesäubert werden. Dabei hatten sich auch die Mutter und der Bruder das Geziefer eingefangen. Als unproblematisch werden Kopfläuse dagegen vom Gesundheitsamt eingestuft. Es gebe schon länger keine Routinekontrollen mehr. „Das zeigt, dass es nicht als akute Gesundheitsgefährdung eingestuft ist“, sagt die Amtsleiterin. Bei drei Fällen sei Panik jedenfalls unangebracht.
Schulleiterin Claudia Cieslak hat alles getan, um das Geziefer möglichst von den Eltern und Schülern fernzuhalten. „Mit der Einschulung gibt es einen Elternbrief zu diesem Thema und auch das Infektionsschutzgesetz wird mitgegeben.“ Zudem werden bei jedem Fall Eltern und Gesundheitsamt informiert.
Kinder, bei denen Kopfläuse entdeckt werden, müssen entsprechend behandelt werden. Dafür sind in der Regel die Eltern verantwortlich, die ihre Kinder erst anschließend wieder zur Schule schicken dürfen. Nach zehn Tagen sei zudem eine Nachbehandlung nötig. „Wenn die betroffenen Kinder Geschwister in anderen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen haben, geben wir die erbrachte Meldung weiter“, erklärt die Amtsärztin des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Leiterin der Grundschule Krien habe alles richtig gemacht.
Sobald es den Verdacht gebe, dass immer das gleiche Kind die Kopfläuse weitergibt, werde eine Sozialarbeiterin Kontakt mit den Eltern aufnehmen, erklärt Kühn weiter. Um zu klären, ob derzeit noch weitere Kinder von Kopfläusen befallen sind, werden am Montag sogar zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes einen Schulbesuch machen. „Alle 80 Kinder der Grundschule werden einer Befallskontrolle unterzogen“, so Kühn.

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