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Kunst in der Kirche: Das passt gut zusammen

Regina Dützmann (l.) und Ulrike Seidenschnur freuen sich auf die neue Ausstellung in der Kirche: Die ist dem Künstler gewidmet, der auch das Lesepult geschaffen hat. [KT_CREDIT] FOTO: Claudia Müller
Regina Dützmann (l.) und Ulrike Seidenschnur freuen sich auf die neue Ausstellung in der Kirche: Die ist dem Künstler gewidmet, der auch das Lesepult geschaffen hat. [KT_CREDIT] FOTO: Claudia Müller

Die Lassaner Kirche ist
nicht nur eine Kirche, sondern auch eine Galerie. Die Ausstellung zum 15-jährigen Jubiläum
wird am 9. Mai um 17 Uhr eröffnet. Reporterin Claudia Müller sprach mit den Organisatorinnen Ulrike Seidenschnur, Künstlerin und Mallehrerin, und
Regina Dützmann von
der Kirchengemeinde.

Kunst in der Kirche – wie ist die Idee entstanden?
Ulrike Seidenschnur: Ich war mit Malschülern in Lassan und die Kirche diente oft als Motiv. Dann habe ich die Aktion „Kunst:Offen“ kennengelernt, da ist die Idee entstanden, mitzumachen und in der Kirche auszustellen. Beim damaligen Pastor bin ich auf offene Ohren gestoßen.

Wie hat sich die Sache dann entwickelt?
Ulrike Seidenschnur: Anfangs gab es Ausstellungen mit Arbeiten meiner Malschüler und mit befreundeten Künstlern. Dann kam die sehr bunte Ausstellung „Lassaner Ansichtssachen“. Einwohner haben historische Fotos oder Gemälde von Lassan zur Verfügung gestellt, aber es waren auch aktuelle Arbeiten von Künstlern und Malschülern dabei. Die erste Einzelausstellung in der Kirche gestaltete der Maler Siegfried Rehfeld, bei der Sammelausstellung „Paradiesgarten“ waren hingegen über 30 Künstler vertreten.
Regina Dützmann: Im Laufe der Jahre sind die Ausstellungen größer geworden. Und wir konnten die Bedingungen verbessern und mit Spenden Galerieschienen und Leuchten anschaffen.

Wie kommen die Ausstellungen in der Kirche an?
Regina Dützmann: Die Lassaner selbst lieben natürlich vor allem Motive von Lassan und Umgebung, aber es kommen auch viele interessierte Urlauber. Im Sommer 2012 hatten wir über 2000 Gäste. Dass die Kirche für Kunst offen ist, wird sehr positiv aufgenommen.
Ulrike Seidenschnur: Zu den kulturellen Veranstaltungen kommen Leute, die sonst vielleicht nicht in die Kirche gehen würden. Andersherum kommen Kirchgänger, die sonst keine Ausstellungen besuchen, mit Kunst in Kontakt. Wichtig ist, dass man die Leute durch die Kunst berührt, dann kann man auch über den Glauben sprechen und über das, was einen trägt. Die Kunst gehörte von Anfang an zur Kirche, man denke etwa an die kunstvollen Ausstattungen mit Altar-Skulpturen oder Gemälden.

Wie finanziert sich die
Galerie in der Kirche ?
Regina Dützmann: Dank der Spenden von Einheimischen haben wir ein kleines Budget für Plakate und Einladungen. Die Gestaltung des Rahmenprogramms mit Konzerten ist immer eine Herausforderung. Manchmal haben wir vom Landkreis einen Zuschuss bekommen, ein anderes Mal haben uns Sparkasse oder Volksbank unterstützt. In diesem Jahr hat uns der Inhaber der Lassaner Apotheke aus seiner Kalenderaktion 500 Euro gespendet.

Zum Jubiläum gibt es
etwas Besonderes...
Ulrike Seidenschnur: Wir wollten etwas machen, das mit unserer Kirche St. Johannis zu tun hat. Und nun werden Ausstattungsstücke, die Elias Kessler, ein Holzbildhauer des Hochbarock, geschaffen hat, zum Ausstellungsgegenstand. Von Kessler stammen die geschnitzten Ornamente und Figuren an Altar und Kanzel. Und diese Figuren hat der Greifswalder Kessler-Spezialist Detlef Witt so fotografiert, dass
sie wie individuelle Porträts wirken. Dazu kommen weitere Porträts Kesslerscher Skulpturen aus anderen Kirchen. Zudem werden Skulpturen aus Granit und Holz
von Franz-Albert Tröster zu sehen sein, der gebürtiger Lassaner ist.

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