Februar 23, 2012
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Mecklenburg-Vorpommern von Carsten Schönebeck

Landwirte bangen um Fördermittel

Schon seit Monaten liegen die Förderanträge für Tierställe in Vorpommern auf Eis. Das Ministerium will neue Kriterien für die Unterstützung des Landes erarbeiten. Landwirte die investieren wollen, hängen vorerst in der Luft.

 Das Ministerium will, dass die Geflügelmast künftig kaum noch bei Förderungen berücksichtigt werden soll. „Bestimmte Bereiche der Tierhaltung nicht mehr zu fördern, ist kein gerechtes Verfahren“, hält der Bauernverband Uecker-Randow dagegen. [RS_CREDIT] FOTO: Ingo Wagner/dpa
Das Ministerium will, dass die Geflügelmast künftig kaum noch bei Förderungen berücksichtigt werden soll. „Bestimmte Bereiche der Tierhaltung nicht mehr zu fördern, ist kein gerechtes Verfahren“, hält der Bauernverband Uecker-Randow dagegen. [RS_CREDIT] FOTO: Ingo Wagner/dpa
Vorpommern (nk)  

Schon vor drei Wochen auf dem Bauerntag in Pasewalk warnte Bauernpräsident Rainer Tietböhl vor den Auswirkungen des Landespolitik auf Vorpommerns Landwirte:„Wenn wir uns in den nächsten Wochen nicht einig werden, ist das Geld für uns verloren.“Doch bei den Fördermitteln für Viehzüchter gibt es noch keine Einigung mit dem zuständigen Ministerium. Mit bis zu 500000Euro pro Projekt beteiligt sich das Land am Bau neuer Ställe und Mastanlagen. Doch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte schon im vergangenen Jahr einen Fördermittelstopp veranlasst. Man wolle bei den Zuschüssen in Zukunft mehr auf Tierschutz und -gesundheit achten.


Ob eine Anlage gebaut wird, könne das Ministerium nicht entscheiden, da ginge es um Bundesgesetze. „Aber wir wollen in Zukunft sehr viel genauer hinschauen, wo wir fördern“, erklärte Ministeriumssprecherin Marion Zinke. Neue Richtlinien sollen also her.


Bei Vorpommerns Landwirten stößt die Entscheidung des Ministeriums auf wenig Begeisterung. „Aus meiner Sicht geht es dem Land vordergründig um Haushaltsgründe“, sagt Silvia Marscheider vom Bauernverband Uecker-Randow. Gleichzeitig versuche das Ministerium sich aus bestimmten Produktionszweigen herauszuziehen, die öffentlich in der Kritik stehen. Auf Anfrage bestätigte das Ministerium, dass die Geflügelmast künftig kaum noch berücksichtigt werden soll.


Landwirte: Auf Investitionen angewiesen

„Bestimmte Bereiche der Tierhaltung nicht mehr zu fördern, ist kein gerechtes Verfahren“, so Marscheider. Die Landwirte, aber auch die Region selbst, seien auf Investitionen angewiesen. Man hoffe, das Ministerium noch umstimmen zu können.
Doch für zusätzliche Verhandlungen fehlt die Zeit. Denn kommt der nächste Winter vor dem Fördergeld müssen die Bauvorhaben wieder verschoben werden. „Wir rechnen damit, dass spätestens im Mai die neuen Kriterien feststehen“, so Marion Zinke. Für viele Landwirte könnte selbst das zu spät sein. Denn erst danach können wieder Anträge bearbeitet und Gelder ausgezahlt werden.


In Schwerin setzt man deshalb auf einen „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“, um die Bauern zu besänftigen. Solche Bescheide werden derzeit schon für Bio-Anlagen und die Milchproduktion ausgestellt. Sobald die neuen Kriterien beschlossen sind, gibt es diese Möglichkeit auch für andere Betriebe. Das Ministerium gibt eine Einschätzung über die zu erwartende Förderung, die Antragsteller können dann mit dem Bau beginnen. „Das Geld wird erst nachträglich ausgezahlt“, so Zinke. Eine feste Zusage gibt es aber auch dafür nicht.

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