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Lieder von Liebe und Leid

Die Musiker der Band „Ourud Elmahabbe“ (Blumen der Liebe) gaben jetzt in Loitz ein kleines Konzert. [KT_CREDIT] Foto: Ulrike Rosenstädt
Die Musiker der Band „Ourud Elmahabbe“ (Blumen der Liebe) gaben jetzt in Loitz ein kleines Konzert. [KT_CREDIT] Foto: Ulrike Rosenstädt

VonUlrike Rosenstädt

Was für ein schöner Bandname „Ourud Elmahabbe – Blumen der Liebe“. Wer sich auf ihre Musik, die sich zwischen Orient und Okzident bewegt, einlassen konnte, der
hatte wohl allen Grund zum Träumen und Nachdenken.

Loitz.Zwischen den einzelnen Musikstücken erfuhren die Gäste im „Korl Loitz“ Wissenswertes aus fernen Ländern, die zuletzt bloß durch Kriegsberichterstattung Schlagzeilen gemacht haben und bis heute machen. Zwei der Musiker stammen aus Syrien, der Sänger Hikmat Al-Sabty aus dem Irak. Und es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass sie entsprechend der aktuellen politischen und gerade in Syrien sehr angespannten Situation ihre Konzertbesucher mit dem, was sie erzählten, zum Nachdenken brachten.
Zwei der Musiker, die derzeit noch an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) studieren, sind zwar schon seit einigen Jahren in Deutschland, doch es vergeht kein Tag, an dem sie nicht an ihre Familien denken und natürlich auch in Sorge um sie sind. „Gerade wenn wir hier in Deutschland von Auseinandersetzungen in der Heimat erfahren, die Familien aber per Telefon nicht erreichen können, dann ist es schwer“, sagte Youssef George Farhat. Auch die Familie von Hikmat Al-Sabty ist auf Telefon und Internet angewiesen, um regelmäßig miteinander Kontakt zu halten. „Seit dem Irak-Krieg leben fast alle über Europa verteilt“, erzählte er am Rande des Konzertes.
Der gebürtige Iraker sitzt für die Partei „Die Linke“ im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern – als erster Abgeordneter mit Migrationshintergrund. Nicht ganz ohne Stolz oder besser gesagt mit einer gewissen Zufriedenheit darüber, erzählte seine Abgeordneten-Kollegin Jeannine Rösler über die gemeinsame Zusammenarbeit in Schwerin.
Die Tutowerin hatte die Idee für diese Veranstaltung in Loitz und die Musiker schließlich für einen Auftritt an der Peene begeistern können. Und rund 30 Gäste waren ihrer Einladung gefolgt. Das Publikum zeigte sich interessiert sowohl an der Musik als auch an den Berichten aus den von Loitz aus gesehen fernen Ländern. Übrigens, auch ein Deutscher spielt in der Gruppe „Blumen der Liebe“. Hartmut Möller, der als Professor an der (HMT) in Rostock tätig ist, hat lange mit Hikmat Al-Sabty, als Hobbymusiker und den beiden Studenten geprobt, bevor sie vor einem Publikum aufgetreten sind. Dass das gemeinsame Musizieren ihnen Freude macht und sie die Zuhörer mit diesem Lebensgefühl gerne anstecken möchten, daran ließen sie keinen Zweifel.

Kontakt zur Autorin
u.rosenstaedt@nordkurier.de

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