Di. 03. Juli 2012
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Leute von Redaktion

Lindenbaum zum Neustart von „Uns Hüsung“

Damit die Linde groß werde: Bürgermeister Michael Sack wünscht für den Neustart alles Gute. Ute Dietrich übernahm das Geschenk stellvertretend für die „Truppe“. [KT_CREDIT] Foto: Ulrike Rosenstädt
Damit die Linde groß werde: Bürgermeister Michael Sack wünscht für den Neustart alles Gute. Ute Dietrich übernahm das Geschenk stellvertretend für die „Truppe“. [KT_CREDIT] Foto: Ulrike Rosenstädt
Von unserem Redaktionsmitglied
Ulrike Rosenstädt

Sie waren eine richtig verschworene Gemeinschaft – die Bewohner der Loitzer Haussmannstraße- Wiesenweg. Nach langer Pause wollen sie den Treffpunkt „Uns Hüsung“ wieder mit Leben erfüllen.

Loitz.Was für eine Abendbrottafel: Fischbrötchen verströmen ihren Duft, Brot, selbst gemachte Salate und Getränke stehen einladend bereit. Vor dem Treff „Uns Hüsung“ hat der Grillmeister die Schürze schon umgebunden und wendet Fleisch und Würstchen. Es wird gescherzt, geschnattert und es wird in der Chronik gestöbert. Eigentlich ist alles so wie früher – nur mit einem ganz wesentlichen Unterschied: Alle Anwesenden sind ein paar Jahre älter geworden.
Im Jahr 1982 wurde einst der Grundstein für einen Treffpunkt der Einwohner gelegt. Zwei Jahre später stand dann der Bungalowbau. Bis in die Wendezeit trafen sich die Hausbesitzer aus den beiden Straßenzügen. Später kamen auch die Behindertengruppe und die Senioren in „Uns Hüsung“ zusammen. Wie überall in Ostdeutschland veränderte sich auch Loitz das soziale Leben, Interessen gingen auseinander – zunächst musste sich jeder zurechtfinden. Die neue Zeit brachte neue berufliche Herausforderungen. Geschichten, die jeder kennt, wurden auch im Wiesenweg und der Haussmannstraße durchlebt. Dass die Jahre ins Land gegangen sind, hat allerdings auch sein Gutes, sind drei Frauen fest überzeugt.
Der berufliche Ruhestand hat ihnen die Zeit geschenkt, die sie nun gern in den Gemeinschaftstreff investieren möchten. Ute Dietrich, Brigitte Wiedemann und Helga Schwiemann haben beschlossen, dass es wieder losgeht. Gesagt, getan und das mit ganz viel Unterstützung von Handwerkern aus Loitz, die sich um die Sanierung des kleinen Hauses bereits gekümmert haben.
Die Fenster sind nicht mehr gut, eine Decke muss vertäfelt, die Toilette auf Vordermann gebracht werden. Bürgermeister Michael Sack weiß diesen ehrenamtlichen Einsatz sehr zu schätzen: „Aus Kostengründen mussten wir den Treff schließen, das ist mir nicht leicht gefallen, das können sie mir glauben. Um so mehr freut es mich, dass sie jetzt die Initiative ergriffen haben, um hier wieder Leben ins Haus zu bringen.“
Der Bürgermeister war nicht mit leeren Händen gekommen: Zum Neustart gab‘s Loitzer Sekt, eine finanzielle Unterstützung für die Renovierung und einen kleinen Lindenbaum. „Der ist nicht so ganz gerade, hat seine Ecken und Kanten und genau das macht seinen Reiz aus“, sagte Michael Sack. Ute Dietrich freute sich über diese symbolträchtige Geste und hatte auch schon gleich Fakten parat: „Der Treff soll wieder regelmäßig jeden zweiten Dienstag im Monat offen sein. Doch auch an die alte Tradition der Tagesfahrten wollen wir anknüpfen.“ Potsdam lautet das erste Ziel.
Und so verging der erste Gemeinschaftsabend nach 21 Jahren wie im Fluge und nicht weniger lustig als vor 30 Jahren.
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